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Flughafen Wien lässt Corona-Krise hinter sich

Wirtschaft

Umsatz- und Gewinn stiegen 2022 kräftig, dieser Trend sollte sich heuer fortsetzen.


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Nach der langen Durststrecke wegen Corona geht es beim Flughafen Wien wirtschaftlich wieder steil bergauf. Wie der mit Abstand größte österreichische Airport am Mittwoch mitteilte, belief sich der Nettogewinn 2022 mit gut 128 Millionen Euro auf ein Vielfaches des Vorjahreswerts von 6,6 Millionen. Das wieder anspringende Geschäft führte auch dazu, dass die Umsatzerlöse um 70 Prozent auf 692,7 Millionen Euro zulegten.

"Der Flughafen ist wieder in gewohnter Stärke da", sagte Vorstand Günther Ofner bei der Präsentation der vorläufigen Bilanz. Für 2022 soll nun eine Dividende von 77 Cent je Aktie gezahlt werden – in Summe 65 Millionen Euro. Zuvor waren die Aktionäre des börsennotierten Infrastruktur-Unternehmens drei Jahre leer ausgegangen.

Wieder in den Fokus gerückt sind inzwischen auch große Bauprojekte wie die Süderweiterung des Terminals 3 (vormals Skylink). Die könne der zuletzt schuldenfrei gewordene Flughafen mit eigenen Mitteln stemmen, was auch für die dritte Piste gelte. "Wir haben die Wirtschaftskraft, solche Projekte umzusetzen", so Ofner. Ohne die dritte Piste stehen beim Flughafen in den nächsten zehn Jahren Investitionen von 2,5 bis 3 Milliarden Euro an. Ende März wird der Aufsichtsrat darüber beraten.

Über die schon in der Vergangenheit heiß diskutierte dritte Piste soll indes erst in den nächsten Jahren entschieden werden – sobald klar ist, dass sie gebraucht wird und sich auch wirtschaftlich rechnet. Pandemiebedingt war das Projekt auf Eis gelegt worden. Ofner und sein Vorstandskollege Julian Jäger gehen davon aus, dass der Bau einer zusätzlichen Start- und Landebahn wieder ein Thema sein wird, wenn sich der positive Trend bei Passagieren und Flugbewegungen fortsetzt.

Starkes Passagierplus in Sicht

Auch für heuer rechnen die Flughafen-Chefs jedenfalls mit einem kräftigen Passagierwachstum. Für den Standort Wien erwarten sie ein Aufkommen von 26 bis 27 Millionen Flugreisenden (Vorjahr: 23,7 Millionen), für die gesamte Gruppe (mit den beiden Regionalflughäfen Malta und Kosice) eines von 32 bis 34 Millionen. Ebenso weiter ansteigen sehen Ofner und Jäger im laufenden Jahr auch den Umsatz auf 830 Millionen Euro und den Nettogewinn auf mehr als 150 Millionen. Daneben stellen die Vorstände auch eine höhere Dividende in Aussicht.

"Die Reiselust ist ungebrochen", berichtete Jäger unter Hinweis auf die von den Airlines gemeldeten Buchungen. Und das trotz hoher Inflation und gestiegenen Ticketpreisen. Durch die Pandemie habe sich aber das Geschäft verändert, so Jäger. Geschäftsreisen – etwa auf der Kurzstrecke im deutschsprachigen Raum – hätten an Bedeutung verloren, während sich der Bereich Urlaubsreisen rascher erholt habe, was zu größeren Schwankungen im Passagieraufkommen führe. So sei am Wochenende und im Sommer deutlich mehr los als zu anderen Zeiten. (kle)