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"Frauen in Rosa" wollen US-Öffentlichkeit aufrütteln

Von Gregor Mayer

Politik

Bagdad - Sie sind Hausfrauen, Menschenrechtsaktivistinnen, Handwerkerinnen oder Pastorinnen aus allen Teilen der USA. Sie sind meist jenseits der 40 und vor allem Mütter. Sie kleiden sich in einem auffallenden Pink, manche tragen dazu extravagante Hüte, und sie schmücken sich mit Anti-Kriegs-Anstecknadeln. Eine Woche lang haben die Frauen der Bewegung "Code Pink" (Alarmstufe Rosa) mit ihren Aktionen in der irakischen Hauptstadt Aufsehen erregt.


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Sie transportieren, wie sie sagen, die Empörung "von Millionen Frauen und Müttern in Amerika und in der ganzen Welt" über die Kriegsabsichten der Regierung Bush. In Bagdad traten sie in Spitälern und Waisenhäusern auf, präsentierten vor dem internationalen Pressezentrum Tankstellen-Zapfhähne als den wahren "rauchenden Colt" und spendeten - das Motiv des Krieges um Öl fortschreibend - in einer Erdölraffinerie Blut.

Am berührendsten seien aber, erzählte Medea Bangeman zum Abschluss des ersten Irak-Besuches einer "Code Pink"-Delegation, die privaten Begegnungen mit irakischen Familien gewesen. "Wir haben gemeinsam gesungen, gemeinsam getanzt, gemeinsam gelacht und gemeinsam geweint." Von der Regierung Bush werde ein Bild vom Irak als einem "Reich des Bösen" gemalt. Ihr zerreiße es das Herz, sagte Bangeman, wenn sie daran denke, dass die Menschen, die sie hier kennengelernt habe, auf Befehl ihrer Regierung von Tod und Zerstörung bedroht würden.

In den USA sei "Code Pink" eine rasch wachsende Bewegung ohne feste Strukturen. In zahlreichen Städten begännen Frauen, sich in Rosa zu kleiden - "als Zeichen des Widerstandes". Vor dem Weißen Haus fänden regelmäßig Aktionen statt. Die Irak-Reise habe die Mitglieder der Delegation weiter darin bestärkt, "alles zu tun, um diese Tragödie zu beenden". Nach ihrer Rückkehr wollen die Frauen mit weiblichen Kongress- und Senatsabgeordnete zusammentreffen und ihnen ins Gewissen reden. In ihren Heimatstädten planen sie, die Öffentlichkeit aufzurütteln und für die weltweiten Anti-Kriegs-Demonstrationen am 15. Februar zu mobilisieren.