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Der österreichische Aktienmarkt, der im ersten Quartal dieses Jahres im internationalen Vergleich der mit Abstand erfolgreichste war, schien zu Beginn der vergangen Woche etwas die Orientierung verloren zu haben. Der Wochenschluss ließ allerdings wieder so etwas wie Frühlingsstimmung aufkommen.
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Die zunächst gezeigte Orientierungslosigkeit könnte darin ihren Grund haben, daß die Technologiebörsen den Tiefpunkt ihrer Talfahrt überwunden haben dürften. Das Interesse der Investoren wird daher verstärkt auf Titel der Technologiebranche und der Telekommunikation gelenkt, wo der ATX unterrepräsentiert ist. Der Wiener Aktienmarkt ist daher auf der Suche nach neuen Anhaltspunkten, um den positiven Trend der ersten Monate des laufenden Jahres fortzusetzen.
Nachdem bald nach den Osterfeiertagen im ATX die Marke von 1.200 Punkten übersprungen wurde, fehlte zunächst in der ersten Hälfte der Berichtswoche die Kraft für einen weiteren Anstieg. Die Investoren übten sich aber auch vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag, den 26. April in Zurückhaltung. Das weitere, aber nicht unerwartete Beharren der EZB auf den alten Zinssätzen wurde vom Aktienmarkt überraschend gut verdaut. Der ATX konnte sogar weiter zulegen und schickte sich an, in Richtung 1.220 Punkte zu klettern.
In der Berichtswoche gab es mit der einheimischen Euromarketing AG und der Schweizer Bluebull AG gleich zwei Börseneinführungen. Die Aktie der Euromarketing startete am Montag, den 23. April im B-Segment mit einer Erstnotiz von 35,40 Euro. Im Wochenverlauf konnte sich die Aktie nur um rund einen halben Euro erhöhen. Bei Bluebull wurde am Donnerstag, den 26. April ebenfalls im Specialist Market der Handel aufgenommen. Der erste Kurs lag mit 74 Euro bereits um 2 Euro über dem Emissionspreis. Am Freitag kletterte die Bluebull-Aktie sogar auf 80,16 Euro, was gegenüber dem Emissionspreis einen Anstieg um 11,3% bedeutet.
Der Fließhandelsindex ATX schloß die letzte Aprilwoche mit 1.217,52 Zählern, das entspricht im Wochenabstand einem Plus von gut 1%. Seit Jahresbeginn ist der ATX damit sogar schon um 13,4% gestiegen. Der alle Aktien umfassende WBI erhöhte sich im Wochenverlauf allerdings nur um 0,4% auf 494,73 Punkte.
Der ViDX, der die in Wien gelisteten wachstums- und technologieorientierten Werte abbildet, schwächte sich im Wochenvergleich um 2,4% auf 909,92 Punkte ab. Er hat sich damit deutlich schlechter entwickelt als der NEMAX All Share Index des Neuen Marktes, der um knapp 3% stieg. ist. Besonders stark auf den ViDX gedrückt hat der neuerlich kräftige Kursverfall der Libro (-27,6%). Aber auch BETandWIN.com und JoWooD belasteten den Index gewaltig. Um mehr als 5% eingebüßt haben auch Performance AG und CyberTron. Die Kursanstiege bei Jenbacher, AHT und stage1.cc waren als Gegenpol zu wenig.
Im ATX-Markt stiegen OMV um 4,5% und schlossen mit 95,30 Euro nahe am Jahreshöchstkurs. Stärker befestigen konnten sich auch RHI (+4,1%), Böhler-Uddeholm (+3,1%) und Austria Tabak (+3,0%). Neben den bereits erwähnten Libro und BETandWIN.com schwächten sich vor allem auch VA Tech (-5,8%), Wolford (-5,6%) und CyberTron (-5,1%) ab.
Im Specialist Market standen Jenbacher (+5,8%), AHT (+5,3%) und stage1.cc (+4,9%) im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Gesucht waren aber auch AvW Invest Stamm (+4,3%) und HypoVereinsbank (+3,5%).
Demgegenüber sackten JoWooD um 9,5% ab. Deutlich tiefer notierten auch Performance AG (-5,2%) sowie der Cateringspezialist Do & Co (-3,5%).
Bei den im C-Markt notierten Small Caps hat sich IFE von 12 Euro auf 25 Euro mehr als verdoppelt. Bank Burgenland zogen um fast 23% und Lauda Stamm um knapp 18% an. Die stärksten Rückgänge verzeichneten Darbo (-9,9%), gefolgt von VKW (-7,7%), Vogel & Noot Wärmetechnik (-5,9%) sowie BTV Vorzug (-5,4%).
Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift bankundbörse
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