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Fünf Sterne, fünf Schnäpse

Von Werner Grotte

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Mit Hotel-Serien ist es wie mit Arzt-Serien: Selbst gute Schauspieler und glamouröse Spielorte stranden in den Untiefen seichter Handlung. Und so nützen der ZDF-Serie "Fünf Sterne" (Do., 20.15 Uhr) - die zweiten Staffel läuft seit Juli - auch versierte Darsteller wie Ralf Bauer, Susanne Knechtl oder Grit Boettcher nichts. Man weiß im Prinzip schon nach wenigen Minuten, dass die Märchenprinzessin ihren Prinzen heiratet und die Bösewichte ihre gerechte Strafe erhalten. Beispiel aus der letzten Folge gefällig? Verarmter Baron ist kurz davor, aus Geldmangel einen Erz-Prolo adoptieren zu müssen. Wenige Hotelzimmer weiter verzweifelt eine junge Gräfin an den standesgemäßen Heiratsplänen des Vaters. Ihr Geliebter, ein bürgerlicher Habenichts, logiert heimlich auch im Hotel. Wie das Leben halt so spielt, haben die guten Hotelfunktionäre nichts anderes zu tun, als den Prolo abzuservieren; der arme Baron adoptiert den armen Geliebten, der so nun das Grafentöchterl heiraten darf. Um das zu verdauen, braucht man mindestens fünf Schnäpse. Prost.