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Boston. George Soros war einmal. Jetzt ist John Paulson der große Star. Während Soros, der ungarische Jude mit amerikanischem Pass, 1992 bei der erfolgreichen Wette auf den Fall des britischen Pfunds eine Milliarde Dollar verdiente, durfte Paulson vergangenes Jahr gleich 3,7 Mrd. Dollar (2,3 Mrd. Euro) einstreichen.
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Paulson hatte darauf gewettet, dass die Immobilienblase in den USA eines Tages platzen wird, während die meisten Banken und Fondsmanager geschlossen wie eine Herde in die eine Richtung rannten. Sein Geheimrezept dabei: "Schaue genau auf die Abwärtsbewegung. Die Aufwärtsbewegung kommt allein zurecht", sagte er in einem Interview. Das Kernproblem, einen Fonds zu verwalten, bestehe nicht darin, die Gewinne hochzutreiben. Es bestehe vielmehr darin, Verluste zu vermeiden.
Der Weg zum Krösus
Und so machte Paulson sein Geld auch in der Immobilienkrise. Früher als andere - schon 2005 - stellte er fest, dass sich eine Blase bildete. Banken vergaben Kredite mit hohen Zinsen an Leute, die sich das auf lange Sicht nicht leisten konnten. Paulson handelte mit solchen Krediten und wettete dabei, dass sie an Wert verlieren würden. Als sie das im Vorjahr taten, und zwar auf dramatische Weise, schwoll sein Fonds auf ebenso spektakuläre Weise an: von 6 Mrd. Dollar 2006 auf 28 Milliarden zum Jahresende 2007.
Paulson ist denn auch der Spitzenverdiener des vergangenen Jahres, aber nicht der einzige. Gleich auf Platz zwei kommt Soros, der 2,9 Milliarden verdiente (und damit seinen eigenen Rekord von 1993 brach). In der Liste der 25 bestverdienenden Manager von Hedge-Fonds, diese Woche veröffentlicht vom "Institutional Investor´s Alpha Magazine", kommt der durchschnittliche Fondsverwalter auf 892 Mio. Dollar. Im Jahr zuvor waren es "nur" 532 Millionen.
Der 52-jährige Paulson hat im letzten Jahr in einer Stunde 30 Mal mehr verdient als eine durchschnittliche Familie in den USA im ganzen Jahr. Sein Lohn ist immer noch drei Mal soviel, wie JP Morgan für die fast bankrotte Investmentbank Bear Stearns bezahlt hat. Dabei war Paulson bis zum Vorjahr nur ein mittelgroßer Fisch im Haifischbecken der Hedge-Fonds. Sein Handwerk hat er ausgerechnet bei Bear Stearns gelernt. 1994 machte er sich dann mit Partnern selbstständig. Doch seine große Stunde kam erst jetzt.
Greenspan berät ihn
Im Jänner trat Alan Greenspan in das Beratergremium seiner in Portland (Oregon) ansässigen Paulson & Company ein. Dabei wird Greenspan, bis Anfang 2006 Chef der US-Notenbank, für die Subprime-Krise mit verantwortlich gemacht. Sei´s drum. Ist Greenspan mitverantwortlich, dann hat er Paulson einen netten Verdienst verschafft.
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