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Sie gelten als hochriskant und stehen deshalb in der Anlagepyramide ganz oben an der Spitze: Warrants oder Optionsscheine werden hierzulande noch misstrauisch beäugt.
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Der Markt wächst rasant. Im Nachbarland Italien etwa ist das Volumen quasi explodiert: 1998 waren es erst 3 Mrd. Euro, im vergangenen Jahr bereits 30 Mrd. Euro, sagt Günter Woinar, Vice President des Österreich-Zweiges der Citibank International, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Er schätzt das Volumen in Österreich auf rund 800 Mill. Euro.
Die Nachfrage sei im Steigen, das bezeuge der große Zuspruch seitens Privatanlegern zu diversen Seminaren und Informationsveranstaltungen. Optionsscheine sind keine leichte Kost. Der Zugang sei einfach, aber: "Bevor sich jemand mit Optionsscheinen befasst, sollte er sich mit Aktien schon gut auskennen", betont Woinar. Er empfiehlt diese Produkte, die technisch gesehen zu den Derivativen gehören, als Beimischung zum Portefeuille in einem Ausmaß von 10% bis 15%.
Der Markt für Optionsscheine, die hauptsächlich von Banken emittiert werden, ist Mitte der 80er Jahre entstanden. Kaufoptionsscheine ("calls") verbriefen das Recht, innerhalb einer bestimmten Frist einen Basiswert zu kaufen, bei Verkaufsoptionsscheinen ("puts") ist es umgekehrt. Basiswerte können nicht nur Aktien sondern auch Aktienindizes, Fremdwährungen, Zinsen oder Rohstoffe sein. Da der Preis nur einen Bruchteil des Wertes des Basiswertes ausmacht, sind Optionsscheine viel billiger als der Basiswert selbst. Der Investor hat daher schon mit relativ kleinen Beträgen Zugang zu den internationalen Finanzmärkten. Die Sicherheit ist sehr gering, möglich ist ein sehr hoher Ertrag, aber auch der Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Im deutschsprachigen Raum werden etwa 18.000 Warrants gehandelt, davon stammen 3.000 von der Citibank. Im Euro-Land wurden 2000 etwa 120 Mrd. Euro in Optionsscheinen umgesetzt.
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