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Gemeinsam gegen Gewalt und Terror

Von Johannes Schidelko

Politik

Vatikanstadt - Erneut hat Papst Johannes Paul II. eine spektakuläre Initiative angekündigt. Angesicht der weltweiten Bedrohung durch Krieg und Terrorismus hat er die Führer der großen Weltreligionen für den 24. Jänner 2002 zu einem Friedenstreffen nach Assisi eingeladen. In der mittelitalienischen Franziskusstadt sollen die Repräsentanten der Religionsgemeinschaften für die Überwindung von Gegensätzen und zur Förderung des Friedens beten.


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Gemeinsam sollen insbesondere Christen und Muslime vor der Welt bekunden, dass die Religion niemals Motiv für Konflikte, Hass und Gewalt sein dürfe.

"In diesem historischen Moment braucht die Menschheit Gesten des Friedens und Worte der Hoffnung", begründete Johannes Paul II. vor seinem Angelus-Gebet am Sonntag seinen sensationellen Aufruf. Schon einmal, am 27. Oktober 1986, hatte der Papst mit dem Gespür für Öffentlichkeitswirksamkeit die Religionsführer zusammengerufen. Rund 200 kamen zu dem bewegenden Treffen, das als ein Höhepunkt seines inzwischen 23-jährigen Pontifikats gilt. Auch damals stand Assisi im Mittelpunkt, die Stadt des über Religionsgrenzen hinaus als Vorkämpfer des Friedens geschätzten Heiligen Franziskus.

Ging es 1986 um Frieden generell, so steht diesmal die konkrete Friedensbedrohung seit dem 11. September im Vordergrund. Die Einladung nach Assisi ist ein Versuch, Einmütigkeit der Religionen für den Frieden zu bekunden. Es ist zugleich eine besondere Einladung an den Islam und seine gläubigen Anhänger zur Gemeinsamkeit mit den anderen Schriftreligionen: Eine Gemeinsamkeit, die auch eine Absage an terroristische Gewalt demonstriert.