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Gescheitert auch am Größenwahn

Von Christian Mayr

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WZ  Christian Mayr
WZ  Christian Mayr
© Wiener Zeitung

Ferdinand Feldhofer ist also beim SK Rapid Geschichte - schon, muss man dazusagen. Denn die Zusammenarbeit mit dem 42-jährigen Steirer war eigentlich viel, viel länger ausgelegt, hielt aber nicht einmal ein ganzes Jahr. Und wenn man sich heute in Erinnerung ruft, mit welchen Worten Feldhofer am 30. November 2021 sein Amt antrat, dann kann man darob nur den Kopf schütteln. Der prägendste Satz fiel damals im Zusammenhang mit Träumereien über sein künftiges Dasein als (Star-)Trainer, bei dem Hütteldorf bestenfalls eine Zwischenstation sein sollte. "Vielleicht bin ich seit langer Zeit der erste Trainer, wo Rapid einmal wirtschaftlich profitiert." Also eine fette Ablöse kassiert, wenn Deutschland oder England rufen . . .

Jetzt soll man nicht unfair sein und (verbal) nachtreten, doch unser Blatt hatte mit den Feldhofer’schen Geschichten schon damals ein Problem und stellte darob die Frage, ob derlei einem gesunden Ehrgeiz oder eher einem ungesunden Größenwahn entspringe. Heute wissen wir, dass Letzteres der Fall war. Feldhofer steht nun, frei nach Gerhard Bronner, als "g’schupfter Ferdl" da, Rapid war nicht Zwischen-, sondern vorläufig Endstation. Und das ist ganz bestimmt auch Resultat von Feldhofers Persönlichkeit, die von Stur- und Abgehobenheit geprägt ein soll, wie man aus Spielerkreisen so hört. Das wäre an sich kein Problem und soll bei Trainern öfter vorkommen - nur wenn die Mannschaft dann nicht mitzieht, die Spielphilosophie nicht versteht und die Resultate ausbleiben (da ist nicht nur Vaduz gemeint), ist das Ergebnis am Ende immer das gleiche.

Feldhofers Nachfolger hat es jedenfalls nicht leicht. Wie sagte doch Sportdirektor Zoran Barisic vor einem Jahr? "Eigentlich wollten wir einen, der keinen Stallgeruch hat." Das wollen wiederum Ultras und Co. nicht. Eine grün-weiße Quadratur des Kreises.