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Arbeiterkammer kritisiert Anstieg an Selbstbehalten. | "Elga" kommt. | Wien. Unter dem Titel "Leitkongress des Gesundheitswesens - health connex 06" fanden sich am Montag zahlreiche Entscheidungsträger des Gesundheitswesens im Parkhotel Schönbrunn zur Diskussion ein. Der dreitägige Kongress beschäftigte sich am ersten Tag vor allem mit den aktuellen strukturpolitischen Entwicklungen, wie Gesundheitsreform mit der Implementierung der Plattformen innerhalb des Österreichischen Strukturplans Gesundheit (ÖSG). Mit diesem erhoffen sich alle Beteiligten ein effizienteres und damit sparsameres Gesundheitssystem in Österreich.
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Dennoch, was nach wie vor noch nicht bewältigt und von allen Seiten kritisiert wurde, ist die Tatsache, dass Österreichs System undurchsichtig und von mehreren Ebenen finanziert wird. Für gleiche Leistungen gebe es unterschiedliche Preise. Nach wie vor bekommen Spitäler für stationäre Behandlungen mehr Geld als wenn sie den Patienten ambulant behandeln würden. "Man handelt nach Anreizen", ist für Max Laimböck, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken klar. Die Kassen müssten entpolitisiert werden und als Unternehmen agieren können. In Österreich "wurstelt man sich durch, solange das Geld reicht".
Der Blick über die eigenen Grenzen hinaus, zeigt Martin Gleitsmann von der Wirtschaftskammer Österreich, dass es gemeinsame Finanzierungsströme gefunden werden müssten. Ohne weitere Strukturmaßnahmen sei eine Zusatzfinanzierung sinnlos.
Erich Laminger, Vorsitzender des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger wies auf das Potential der E-Card hin, die eine flächendeckende Vernetzung und damit weitere Erleichterungen für den Patienten ermöglichen könnte. Ziel sei die elektronische Gesundheitsakte Elga. "Die Probleme werden wir nicht primär mit Geld lösen können", so Laminger. Bei der Finanzierung sei wesentlich mehr Phantasie gefragt.
Höhere Selbstbehalte?
Unterdessen warnte Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich vor der Einführung eines generellen Selbstbehaltes und kritisierte einen massiven Anstieg der Zuzahlungen zu Gesundheitsleistungen. Und das, obwohl die Realnettolöhne kaum gewachsen seien.
Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat dementierte eine von der ÖVP geplante Anhebung der Selbstbehalte. Alle derzeit bestehenden Selbstbehalte seien von der SPÖ eingeführt worden.

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