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Glänzen durch Abwesenheit

Von Tamara Arthofer

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WZ Tamara Arthofer
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Man will ja nicht unfair sein. Der Parallelbewerb hat eine Chance verdient, also steht er auch heuer im Weltcup-Kalender. Nur wirklich Lust darauf haben anscheinend immer weniger Fahrer, und das sollte den Weltskiverband FIS auch nicht weiter wundern. Eine einzige Veranstaltung war in diesem Winter geplant, da hätte man das Ganze gleich sein lassen und durch eine Forcierung attraktiverer Bewerbe ersetzen können. So jedenfalls werden an diesem Wochenende in Lech/Zürs zwei der besten Skifahrerinnen der Gegenwart - Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova - durch Abwesenheit glänzen.

Die eine, Shiffrin, angeblich wegen ihrer Rückenprobleme, an denen sie schon seit mehreren Wochen laborieren soll; die andere, weil sie sich voll auf die darauffolgenden beiden Slaloms in Levi in Finnland konzentrieren wolle, wie das Nachrichtenportal "Aktuality.sk" berichtet. Die Slowakin hatte im Vorjahr in Vorarlberg gewonnen. Shiffrin hat seit ihrem Auftaktsieg beim Weltcup-Riesentorlauf in Sölden am 23. Oktober kaum trainieren können, allerdings ergänzte ihr Trainer Mike Day auch, dass die Teilnahme in Lech ohnehin nie auf dem Plan gestanden sei.

Zu verdenken ist es ihnen nicht. Der Parallelbewerb hatte nie einen besonderen Stellenwert unter den Skifahrern, und die Farce bei der WM in Cortina hat nicht unbedingt zur Imagepolitur beigetragen. Vielmehr dürfte der Bewerb in der Belanglosigkeit versinken - so ähnlich, wie die Granden der FIS auch die Kombination erfolgreich dorthin verbannt haben. Dass die Bewerbe bei den Olympischen Spielen noch ausgetragen werden, ist nichts weiter als eine Alibi-Aktion - und dient weder den Athleten, die sich als "Olympiasieger zweiter Klasse" wähnen dürfen, noch den Disziplinen. Ehrlicher wäre es, ganz darauf zu verzichten - aber vielleicht auch unfair.