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Gleich und gleicher

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Das Financial-Fairplay-Programm (FFP) der Uefa schlägt wieder einmal erbarmungslos zu: Gleich sechs Klubs drohen Sanktionen wegen Verstößen, teilte der europäische Fußballverband am Donnerstag mit. Man ist gebannt. Und dann enttäuscht. Denn die Betroffenen sind Kapazunder wie Skonto Riga aus Lettland, l¹sk Wroc³aw aus Polen, Vitória Guimarães aus Portugal, Pandurii Târgu Jiu und Petrolul Ploiesti aus Rumänien sowie Metalurg Donezk. Sie seien mit Zahlungen im Rückstand und vor die zuständige Kommission zitiert worden, die noch heuer über Sanktionen - im schlimmsten Fall droht der Ausschluss aus europäischen Bewerben - befinden will. Die Uefa kennt da kein Erbarmen. Oder doch? Denn was ist aus den Ankündigungen geworden, auch die Großklubs näher unter die Lupe zu nehmen? Was ist mit den aus der Golfregion staatlich subventionierten Vereinen Paris Saint-Germain und Manchester City? Was ist mit Real Madrid, das die schöne Praxis des Spielerkaufs auf Pump pflegt? Obwohl es den Vereinen laut dem FFP untersagt sein sollte, über einen gewissen Beobachtungszeitraum mehr auszugeben als einzunehmen, sind diese Vereine bisher unbescholten davongekommen. So verkommt die an sich gut gemeinte Idee des FFP zur Farce. Hin und wieder wird bei den Kleinen ein Exempel gesetzt, das so weit geht, ihnen eine wichtige Einnahmequelle wie die Europacup-Teilnahme versiegen zu lassen, während die Großen unangetastet bleiben. Schön und gut, dass die Uefa auf die Finanzen der Klubs achten will - in erster Linie aber achtet sie auf die eigenen. Man will ja das eigene Premium-Produkt nicht durch den Ausschluss schillernder Klubs entwerten. Manche sind eben gleich - und manche gleicher. Wenn’s um die eigenen Interessen geht, darf man den Grundgedanken von Fairplay und Fairness halt nicht zu eng sehen.