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Glockige Stimmen

Von Christina Köppl

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Der Klang ihrer glockigen Stimmen begeistert Millionen, ihr Ruf eilt weit über die Grenzen Europas hinaus, und sie gehören zum "Österreich-Klischee" wie die Lipizzaner oder die Sachertorte: die Wiener Sängerknaben.

Im Rahmen der Matinee am Sonntag warf ORF 2 einen Blick hinter die alt-ehrwürdige Institution im Wiener Palais Augarten, das für die singenden Buben während ihrer Sängerknaben-Zeit als Zuhause dient.

Sich auf das Abenteuer Wiener Sängerknabe einzulassen, bedeutet einiges zu opfern. Der Stundenplan ist dicht und arbeitsintensiv: Schule, Chor- und Konzertproben, Tourneen sowie Etikette, da bleibt kaum Zeit zum Fußballspielen oder Herumtollen. Doch die kleinen Stars nehmen es gelassen, denn neben Applaus und Anerkennung bietet sich die Möglichkeit, andere - oft ferne - Länder zu bereisen.

Waren die Sängerknaben einst zum Dienst in der kaiserlichen Hofkburgapelle verpflichtet, so sind sie heute nicht nur wichtiger Teil des Wiener Musiklebens, sondern auch musikalische Botschafter in aller Welt.

Einiges hat sich im Lauf der 500-jährigen Tradition geändert: Der einst autoritäre Ton ist einem modernen Führungsstil ge wi chen. Das Credo lautet: Glück li che Kinder, die mit Freude singen. Und das tun sie. Es ist eine harte Ausbildung, die von der jugendlichen Unbeschwertheit viel abverlangt, gleichzeitig aber Erfahrung schenkt, die bleibt. Das eigentliche Abenteuer beginnt ja erst danach.