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Gold im letzten Abdruck

Von Christian Mayr

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WZ  Christian Mayr
WZ  Christian Mayr
© Wiener Zeitung

Was gibt es Schöneres, als glorreiche Sporterfolge vergangener Tage wieder aufleben zu lassen? Gut, man könnte auch aktuelle Goldmedaillen ausgiebig zelebrieren - doch diese waren Österreich bei der Ski-WM bekanntlich noch nicht vergönnt. Und daher feierten die heimischen Gazetten zuletzt ein Jubiläum nach dem anderen ab (und damit ist nicht der 70er von Hans Krankl gemeint). Es wurde der 30. Jahrestag des Riesentorlauf-Silber-Doppels des ÖSV-Paares Anita Wachter und Rainer Salzgeber begangen (Morioka/10. Februar 1993); danach folgte der 25er von Hermann Maiers Jahrhundertsturz in der Olympia-Abfahrt von Nagano (13. Februar 1998); zuvor schon wurde an Michael Walchhofers Sensationsfahrt zu Abfahrtsgold in St. Moritz erinnert, die auch schon wieder 20 Jahre auf dem Buckel hat (8. Februar 2003).

Fehlt nur noch ein sporthistorisches Ereignis, das sich diesen Freitag zum zehnten Mal jährte. Wer es angesichts so vieler Jubiläen vergessen haben sollte: Am 17. Februar 2013 gewann ein gewisser Marcel Hirscher im Planai-Hexenkessel WM-Gold im Slalom. Sein größter, schwierigster und emotionalster Triumph, wie er immer wieder beteuerte - der zudem die Ski-Nation mit der ersehnten Einzel-Goldenen bei der Heim-WM im letzten Abdruck "erlöste".

Einen solchen Erlöser gibt es nun in Frankreich nicht mehr, dass doch noch Gold für Rot-Weiß-Rot in den finalen Slaloms passiert, wäre eine kleine Sensation. Andernfalls wäre eine herbe Enttäuschung perfekt, denn Gold-los blieb die ÖSV-Equipe zuletzt 1987. Aber dieses unrunde Jubiläum will keiner zelebrieren.