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"Griechen beginnen, sich an die Krise zu gewöhnen"

Von Rosa Eder-Kornfeld

Wirtschaft

Handelsdelegierter Freytag schildert Stimmung in Athen. | Wenig Interesse an Geschäftskontakten in Griechenland. | Wien. "Die Leute beginnen, sich an die Krise zu gewöhnen", schildert Bruno Freytag, Außenhandelsdelegierter in Athen, die derzeitige Stimmungslage in der Hauptstadt Griechenlands. Den Demonstranten wird es allmählich zu heiß. Freytag: "Langsam kommt die Urlaubszeit - die Demos werden weniger."


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Inhaltlich habe es bei den Kundgebungen eine starke schwerpunktmäßige Verschiebung hin zur geplanten Gemeindereform gegeben. "Viele Bürgermeister fürchten den Verlust ihrer Unabhängigkeit", so Freytag. Er war am Donnerstag in Wien anlässlich des 8. Österreichischen Exporttages in der Wirtschaftskammern, wo er gemeinsam mit mehr als 60 Handelsdelegierten aus aller Welt interessierten Unternehmen Auskunft über mögliche Geschäftskontakte und Exportchancen im Ausland erteilte.

"Stimmung ist sehr schnell gekippt"

Das Interesse an Griechenland sei beim heurigen Exporttag deutlich geringer als im Vorjahr, berichtet Freytag an seinem Stand in Saal 2. "Die Stimmung ist sehr schnell gekippt."

Das größte Problem sei die Liquiditätskrise und "dass man sich Neukunden genau anschauen muss". Lieferung nur gegen Vorauszahlung lautet die Devise. Den bestehenden Kunden müsse man helfen, die schwierigen Zeiten gemeinsam zu meistern.

Im vergangenen Jahr schrumpften die österreichischen Exporte nach Griechenland um 22,8 Prozent auf 582 Millionen Euro. Freytag: "Es wurde sehr wenig bestellt, die Lagerbestände wurden abgebaut."

Die rückläufige Tendenz hält auch heuer an. Im ersten Quartal 2010 gingen die Ausfuhren in das Mittelmeerland um 3,1 Prozent auf 133 Millionen Euro zurück. Hoffnungen setzen die Exporteure österreichischer Waren nun auf den griechischen Fremdenverkehrssektor.