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Große Koalitionsspiele

Von Peter Bochskanl

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Die große Koalition beim Nachbarn beflügelt auch hierzulande professionelle Auguren in Politik und Medien. Die prophetische Milchmädchenrechnung geht so: Bei der Wiener Wahl hat Strache mehr Stimmen gewonnen als erwartet, das wird auch bei den Nationalratswahlen so sein, er will aber in Opposition bleiben; die Grünen schwächeln, und Gusenbauer wird auch nicht so viele Stimmen bekommen, dass sich Rot-Grün ausgeht; das BZÖ ist zu vergessen - also geht sich nur eine große Koalition aus.

Dieser simple "Befund" wird vielfach zur fixen Idee. Schon werden in Printmedien großkoalitionäre Ministerposten vergeben. Die Groß-Koalitionitis treibt aber auch in ORF-Sendungen gar nicht so zarte Blüten, in Magazinen, bei der Auswahl von Interviewpartnern und in Moderatorentexten. Hoffentlich unbewusst - oder spielt hier etwa die Sehnsucht, selbst Politik zu machen, böse Streiche?

Vergessen ist das Jammern über großkoalitionäre Stagnation, wenn etwas altes "Neues" herbeigeredet werden soll - eine Rechnung ohne den Bürger. Denn der wird sich in diesem Info-Nebel wohl nicht verirren.