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Großes Maul, große Beute

Von Alexandra Grass

Wissen

Bei den Dinosauriern lassen sich die Ernährungsgewohnheiten am Kiefer ablesen.


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Bristol/Wien. Um ihre Vorliebe für Fleischiges hervorzustreichen, werden Dinosaurier der Gattung Tyrannosaurus Rex häufig mit weit geöffnetem, furchteinflößendem Maul dargestellt. Dies verdeutlichen nicht zuletzt auch Filme wie "Jurassic Park" und Co.

Der Öffnungswinkel des Kiefers gilt auch als Hinweis für Forscher. Er gibt Aufschluss über die Diätgewohnheiten der Tiere, wie ein Wissenschafterteam um Stephan Lautenschlager von der University of Bristol herausgefunden hat. Mit seiner extrem weiten Spannweite und seinen bis zu 15 Zentimetern langen Zähnen schafft es Tyrannosaurus Rex, Fleisch, Haut und Knochen zu zerbeißen. Auch sein naher Verwandter in der Gruppe der Theropoden, der räuberische Allosaurus fragilis, war fähig, sein Maul bis zu 79 Grad weit zu öffnen.

Obwohl auch Erlikosaurus andrewsi zu den scheinbar gefährlichen Theropoden zählt, war dieser nur ein Pflanzen fressendes Familienmitglied. Er konnte sein Maul lediglich bis zu einer Weite von 45 Grad spreizen.

"Alle Muskeln, inklusive jener für das Schließen und Öffnen des Kiefers, können sich nur bis zu einem gewissen Maß dehnen, bevor sie reißen. Das limitiert in beträchtlichem Ausmaß, wie weit ein Tier sein Kiefer spreizen und folglich, wie und was es zu sich nehmen kann", so Lautenschlager im "Royal Society Open Science". "Auch von heute lebenden Tieren wissen wir, dass Fleischfresser für gewöhnlich das Maul weiter aufreißen können als Vegetarier", betont der Forscher.