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Größte Währungsumstellung in Europa

Von Rosa Eder

Europaarchiv

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Dass die europäische Einheitswährung "Euro" heißen soll, wurde am 15. Dezember 1995 in Madrid bei einem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) beschlossen. Frankreich hatte bis zuletzt Einwände gegen den Namen "Euro" gehabt und war vehement für den Kunstnamen "ECU" eingetreten. Im Gespräch waren auch Namen mit europäischer Tradition wie Schilling, Krone, Taler oder Florin gewesen.

Am 1. Jänner 1999 wurde der Euro als offizielle Währung in elf Staaten (Belgien, Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Portugal, Finnland, Österreich) eingeführt - allerdings vorläufig nur auf dem Papier, als Buchgeld. Zuvor waren die Euro-Wechselkurse unwiderruflich fixiert worden. Für Österreich hieß das: 1 Euro = 13,7603 Schilling. Für die Konsumenten änderte sich zunächst nichts.

Am Samstag, 15. Dezember 2001, wurden in Österreich die ersten Euro-Münzen mittels sogenannter "Startpakete" ausgegeben. Darin enthalten waren 33 Euro-Münzen im Wert von 14,54 Euro (200,07 Schilling). Insgesamt 6,1 Mill. Startpakete im Gesamtwert von knapp 90 Mill. Euro wurden von der Münze Österreich produziert und über die Postämter, Banken und Tankstellen an den Mann bzw. die Frau gebracht. Am 1.1.2002 schließlich trat der Euro auch in Form von Banknoten in den Alltag der Bevölkerung ein. Für das Design zeichnet der österreichische Grafiker Robert Kalina verantwortlich. Sein Entwurf hatte sich im Jahr 1996 in einem Gestaltungswettbewerb in allen EU-Ländern gegenüber 43 Konkurrenzentwürfen durchgesetzt.

In der bis 28. Februar 2002 dauernden Doppelwährungsphase, in der auch eine doppelte Preisauszeichnung vorgeschrieben war, galt in Österreich der Schilling auch noch als gesetzliches Zahlungsmittel. Am 1. März 2002 schließlich wurde der Euro für mehr als 300 Millionen Menschen in zwölf europäischen Ländern alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel.

Restliche Schilling-Bestände können zeitlich und mengenmäßig unbegrenzt bei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in Euro umgetauscht werden, Münzen nimmt auch noch die Nationalbanktochter Münze Österreich entgegen. Bis 31. Jänner 2003 verlängert hat das Modehaus C&A seine hauseigene Schilling-Rückholaktion. Vereinzelt tauschen auch noch Banken die alte gegen die neue Währung, allerdings nicht immer gratis.

http://www.oenb.at