Zum Hauptinhalt springen

Grüne schärfen ihren linken Rand

Von WZ Online, zel

Politik

Parteichefin Eva Glawischnig kündigte Wechsel im Vorstand an: Drei neue sollen frischen Wind bringen.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 8 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Wien. Zu langweilig und zu brav. Damit soll jetzt Schluss sein. Parteichefin Eva Glawischnig kündigte eine härtere Gangart in der Partei an und holt sich für die Umsetzung des neuen Kurses drei neue Leute in den Vorstand, wie die "Presse" berichtete.

Gemäß der eigens auferlegten Frauenquote von mindestens 50 Prozent sind zwei Frauen an Bord: Die oberösterreichische Landessprecherin und Abgeordnete zum Landtag Maria Buchmayr und die Sprecherin der steirischen Jungen Grünen Lara Köck. Für den Part des "nicht mehr so braven" Kurses wird wohl Michel Reimon zuständig sein. Der Europa-Abgeordnete der Grünen ist für seine direkte Art der Kommunikation bekannt.

Mehr Frauenpolitik und Europa

In letzter Zeit gab es zahlreiche Änderungen innerhalb der Partei. Volker Plass wurde als Chef der Grünen Wirtschaft von Sabine Jungwirth abgelöst. Ihr Mandat erhält nun Köck. Der Fokus der jüngsten in der Runde - Lara Köck (30) - soll auf frauenpolitischen Themen liegen, die durch die Parteien wie die FPÖ an Relevanz verlieren und deshalb gestärkt werden müssten. Wichtig für die Steirerin ist Politik mit Weitblick, die nicht bloß auf Wahltermine schielt, heißt es auf der Website der Grünen. Die junge Mutter hat das Studium der Infrastrukturwirtschaft mit Fokus auf Energie und Umwelt absolviert.

Maria Buchmayr (46) ist seit 2009 Landtagsabgeordnete und seit 2007 Vorsitzende der Grünen Frauen Oberösterreichs. Sie bringt  Erfahrungen von mehr als zehn Jahren Regierungsarbeit in Oberösterreich mit der ÖVP in ihre neue Position mit und auch das Wissen darüber, welche Folgen eine Zusammenarbeit mit der FPÖ für ein Land hat. "Dazu müssen wir uns wieder mehr überlegen, was brauchen die Menschen, was ist für sie gut. Wenn wir das zufriedenstellend beantworten können, kann der Rechtsruck gestoppt werden", wird Buchmayr von der "Presse" zitiert.

Zwei neue Frauen für den Vorstand der Grünen: Lara Köck (l.) und Maria Buchmayr (r.). Köck will sich auf frauenpolitische Themen konzentrieren, Buchmayr möchte effiziente Strategien gegen den Rechtsruck erarbeiten.

Michel Reimon (45), der für seine neue Funktion in Österreich aus dem Vorstand der Europäischen Grünen ausscheidet, betont: "Europäische Themen und Europa selbst wird als innenpolitische Konfliktlinie immer wichtiger. Wir sind klar für die EU, aber gegen den Einfluss der Lobbys und Konzerne." Die Themengewichtung auf der politischen Agenda sei ein weiteres Problem und dafür will der Burgenländer in der Kommunikation ansetzen: "Wenn auf der von Sebastian Kurz geschlossenen Balkanroute gerade Menschen erfrieren und das ganze Land diskutiert nur über seine Kopftuch-Vorschläge, läuft was falsch. Dann sehe ich es als meinen Job, das zurechtzurücken."

"Ich freue mich, dass jetzt zwei engagierte Frauen näher ins Zentrum rücken. Mit Michel Reimon bekommt natürlich Europa noch mehr Gewicht. Alle drei sind bereits bekannt dafür, dass sie Politik mit Ecken und Kanten machen", sagte die Parteichefin.

Die Presse-Bericht