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Grüne Visionen im 10-Minuten-Takt

Von David Baldinger

Politik

Die Grünen wählen in Linz Kandidaten für die Nationalratswahl 2013.


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Wien. Der Kabarettist Thomas Maurer prägte einst den Begriff des "Basiswapplers", um Karl Öllinger im Nationalratswahlkampf 1994 eine markige PR-Identität zu geben. Eine Renaissance erlebt die Bezeichnung regelmäßig bei grünen Abstimmungen. Heute und morgen ist es in Linz wieder soweit. Die Grünen legen mit ihrem 33. Bundeskongress im Design Center einen frühen Start ins Nationalratswahljahr 2013 hin. Motto: "Saubere Umwelt. Saubere Politik. 2013. Da geht was!"

Sechseinhalb Stunden stehen dabei für die Wahl der Kandidaten für die Nationalratswahl 2013 zur Verfügung. Klar vergeben scheinen nur die ersten drei Plätze der Bundesliste: Klubobfrau Eva Glawischnig bewirbt sich erneut als Bundessprecherin. Ohne Gegenkandidaten und für eine Periode von erstmals drei, statt bisher zwei, Jahren. Platz zwei wird an Werner Kogler gehen, das Podest komplettiert Gabriela Moser.

"Es wird nicht viel Zeit bleiben für längere inhaltliche Diskussionen", prognostiziert Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner. Denn auch die Wahl eines neuen Bundesvorstandes steht für die rund 260 Delegierten an.

So bestimmt der Zeitdruck den Takt der Basisdemokratie. Daher bekommt im Design Center jeder Delegierte ein eigenes elektronisches Stimmgerät. Man kennt den Vorgang aus Castingshows. Steht ein Wahlgang an, werden die Kandidaten eingeblendet, erhalten eine Nummer und der entsprechende Klick entscheidet über das künftige parteipolitische Schicksal. "Im EU-Parlament ist das längst üblich", kommentiert Wallner. Zuvor hat jeder Kandidat zehn Minuten, um sich vorzustellen und Fragen zu beantworten. Bei den Grünen wird diese Tradition hochgehalten. Etwa gegenüber dem "monokratisch organisierten Auswahlprozess" beim Team Stronach, wie es der Landesprecher der Grünen Wien, Georg Prack, formulierte.

Zwei grüne Besonderheiten werden die Wahlen prägen: Auf der Bundesliste werden sich weibliche und männliche Kandidaten abwechseln. Zudem gilt der Vorrang für das Landesmandat. Bei Wahl in einem Bundesland muss man dieses Mandat annehmen. Es wird erwartet, dass Glawischnig (Wien), Kogler (Steiermark) und Moser (Oberösterreich) daher auf der Bundesliste nicht zählen werden. Das Strampeln um die Pole-Position beginnt also erst auf Platz vier. Dem grünen Rhythmus folgend ein Männerplatz - ins Visier genommen vom U-Ausschuss-Pionier Peter Pilz. Insgesamt rechnet Wallner mit "drei bis sieben Bundesmandaten". Um die verbleibenden Bundesmandate bewerben sich 14 Kandidaten. Fünf Frauen kämpfen um drei weibliche Tickets, 9 Männer um vier männliche. Im Rennen sind unter anderen Ex-ÖH-Chefin Sigrid Maurer, die aktuellen Abgeordneten Öllinger, Christiane Brunner, Helene Jarmer und der für Alexander van der Bellen nachgerückte Bruno Rossmann.