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Günstiges Krebsmittel: Bayer gegen NGOs

Von WZ Online

Wissen

Bayer will in Indien die Zulassung einer Kopie seines wichtigen Krebsmittels Nexavar stoppen lassen. Der Pharma- und Chemiekonzern habe deswegen beim Obersten Gericht in Neu Delhi Klage eingereicht, sagte eine Bayer-Sprecherin am Mittwoch in Berlin.


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Der indische Generika-Spezialist Cipla hatte die Genehmigung einer billigeren Nachahmerversion des Bayer-Medikaments beantragt. Bayer besitzt in Indien für Nexavar noch einen Patentschutz bis 2020 und bekam diesen erst vor einem Jahr zugesprochen.

Der Prozess ist für die Branche allgemein bedeutsam, die hier ein Einfallstor zur Aushöhlung geltender Patentrechte befürchtet. Nichtregierungs-Organisationen sehen dagegen die Versorgung von Patienten in Schwellenländern mit erschwinglichen Medikamenten gegen lebensbedrohliche Krankheiten auf dem Prüfstand. Nexavar ist in Indien zur Behandlung von Nieren- und Leberkrebs zugelassen.

Bisher seien die Anhörungen in dem Verfahren ohne Ergebnis geblieben, sagte die Konzernsprecherin. Eine weitere Anhörung sei nun für den 18. und 19. Februar angesetzt. Wie andere Märkte in Asien wächst auch der indische Pharmamarkt derzeit deutlich stärker als der europäische. Mit Nexavar erwirtschaftete Bayer im dritten Quartal weltweit einen Umsatz von 121 Millionen Euro.