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Tausend Hausbesorger warteten gestern in der Bank-Austria-Halle im Gasometer gespannt auf SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer. Sie wurden nicht enttäuscht. Denn sollte die SPÖ künftig den Kanzler stellen, werde es die Wiedereinführung des Hausbesorgergesetzes geben, heißt das Wahlversprechen.
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Unter den Hausbesorgern hat die jetzige Regierung keine Freunde, das weiß die SPÖ. Denn am 1. Juli 2000 wurde das Hausbesorgergesetz und damit ein Berufsstand abgeschafft. Seither wurde in vielen Wohnhäusern der Hauswart durch die Reinigungsfirma ersetzt. Wie die Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, persönlicher Dienst (HGPD) aufzeigt, erhöhten sich dadurch die Kosten für die Mieter - entgegen anders lautender Zusagen. Im Wahlkampf wird nun die vergraulte SP-Stammklientel mit Versprechungen umworben. "Mit uns in der Regierung wird es den Berufsstand des Hausbesorgers wieder geben. Dafür verbürg ich mich." Gusenbauer hat damit die Hausbesorger-Herzen im Sturm erobert und erntete tosenden Beifall.
Eine Hausbesorgerin in einem Wiener Gemeindebau, die seit 33 Jahren ihren Beruf ausübt, berichtet: "Ich verdien' seither um 70 Euro pro Monat weniger. Ich bin sehr sauer." Was sie besonders schmerzt ist, dass der Kontakt zu den Mietern durch den Verlust lieb gewonnener Tätigkeiten wie Zinskassieren sich auf ein Mindestmaß reduziert.
Aus Kärnten waren 50 Hausmeister nach Wien gekommen. Dort ist die Lage besonders angespannt, da die Landesregierung sich seit drei Jahren weigert, die Löhne zu erhöhen. Eine Hausbesorgerin hat nun eine Amtshaftungsklage gegen Landeshauptmann Jörg Haider eingebracht. Sollte sie Recht bekommen, würden weitere 300 Klagen folgen, erzählt Standesvertreter Herbert Wieser.
Rudolf Kaske, HGPD-Vorsitzender, bestätigt, dass eine Neuauflage des Hausbesorgergesetzes mit der SPÖ paktiert wurde. Offene Punkte wie die Reinigung, Sicherheit und Instandhaltung des Hauses müssten geregelt werden. Kaske plädiert dafür, dass Hausmeister künftig eine Lehre absolvieren: "Das würde den Mietern einiges Geld ersparen."
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