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Gute Konjunkturlage, aber stagnierende Beschäftigung

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Das Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung (IV) zeigt für die österreichischen Unternehmen nach oben. Derzeit bezeichnet jedes zweite Unternehmen seine wirtschaftliche Situation als gut. | Nur 5% der 539 befragten Betriebe mit insgesamt 216.275 Beschäftigten schätzen ihre Geschäftslage schlecht ein. Der momentane Auftragsbestand wird von gerade 6% als zu niedrig beurteilt.


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Die Konjunkturumfrage aus dem letzten Quartal des Jahres 1999 wurde gestern von Erhard Fürst, dem Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der IV vorgestellt. Das IV·Barometer ist ein

Richtwert, der sich aus der aktuellen Geschäftslage und der Einschätzung der Entwicklung im kommenden Halbjahr zusammensetzt.

Unterschiedlich fällt das Urteil zur Auftragslage je nach Branche aus. Einen negativen Trend sehen vor allem Bekleidungs- und Glasindustrie. Mit einem günstigen Ergebnis rechnen Nahrungs- und

Genußmittelbetriebe, sowie Papier und Elektroindustrie. Die Produktionskapazität des letzten Quartals stieg in der Skala von 18 auf 29 Prozentpunkte.

Das weltweite Wirtschaftswachstum wird sich auch auf Österreich positiv auswirken. Allerdings könnten steigende Energie- und Rohstoffpreise Wirtschaftsdämpfer sein. "Auch ist der amerikanische

Aktienmarkt überbewertet, die möglichen Zinserhöhungen der US-Notenbank wären ebenfalls bremsend für die Konjunktur", lautet Fürsts Prognose.

Die durchwegs positive Einschätzung der wirtschaftlichen Lage für die Unternehmen und die langsam steigenden Verkaufspreise bringen jedoch für Arbeitnehmer keine angenehmen Überraschungen. Einerseits

müssen die Löhne niedrig gehalten werden, damit die Europäische Zentralbank die Zinsen nicht erhöht, argumentiert Fürst. Und andererseits ist trotz guter Wirtschaftsdaten eher mit einer Stagnation,

wenn nicht gar mit einem Rückgang der Beschäftigten zu rechnen.

Eine Verschärfung am Arbeitsmarkt könnte allerdings junge Arbeitslose bewegen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, sagte Fürst gegenüber der "Wiener Zeitung".