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Gute Vorzeichen für die Salzburger Kür

Von Christoph Irrgeher

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Da waren es nur noch vier. Wie "News" berichtet, hat das Kuratorium der Salzburger Festspiele eine Shortlist für die Wahl des nächsten Intendanten erstellt. Sechs Namen standen darauf, zwei sind mittlerweile obsolet geworden. Bleibt für die entscheidende Sitzung am 25. September also ein Quartett. Die Namen: Luc Bondy, Peter de Caluwe, Pierre Audi, Markus Hinterhäuser.

Wie eine kurze Recherche ergibt, entsprechen diese Angaben der Wahrheit. Um herauszufinden, wer da wohl Favorit ist, braucht es indes keines Anrufs - es ist seit langem Hinterhäuser. Der war nicht nur Konzertchef des Festivals, sondern erntete auch als Interims-Intendant 2011 allgemeinen Beifall. Und das zu Recht. Seine Kür zum Intendanten (ab 2017) wäre zu begrüßen.

Begrüßenswert auch, dass dies durch weitere Umstände umso wahrscheinlicher wirkt. Zwar soll man sich vor Prognosen hüten; zwar betont das Kuratorium, seine Entscheidung erst am nächsten Mittwoch zu treffen. Dennoch: Audi bemühte sich schon in der Vergangenheit glücklos um die Festivalleitung. Und Bondy hat sich nicht eben sympathisch gemacht: Mit der Ankündigung, sich in Salzburg "mit so guten Mitarbeitern wie möglich" zu umgeben, bekräftigt der Ex-Chef der Wiener Festwochen sein Image als großer Delegator.

Was das Festival freilich ebenso dringend bräuchte wie personelle Stabilität: eine Steigerung der seit Urzeiten eingefrorenen Subvention. Sonst dürfte die Realität einen bitteren Beweis für einen der Lieblingssätze des amtierenden Alexander Pereira erbringen: Ein reiner Künstler-Intendant ist für Salzburg zu wenig.