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Guter Rat am Samstag ist gratis

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Zuerst war der Wirbel um den Fall der Sparbuchanonymität, jetzt kommen überfallsartig die neuen Steuergesetze dazu: Der Großteil der Bevölkerung blickt da nicht mehr durch.


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Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder ortet bereits das siebente Steueränderungsgesetz in diesem Jahr, bei Begutachtungsfristen von nur wenigen Tagen. "Bei allem Verständnis für die Budgetkonsolidierung: Ich glaube nicht, dass man Rechtskultur so gestalten kann", kritisierte der Präsident der Kammer, Klaus Hübner gestern vor Journalisten.

Wer noch nie die Möglichkeit hatte, sich mit einem Steuerexperten zu beraten, kann am 11., 18. und 25. November sowie am 2. Dezember eine von 10 Wiener Filialen der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien aufsuchen. Die RLB NÖ-Wien hat sich mit 40 Wirtschaftstreuhändern zusammengetan und verrät an diesen "Vorsorgesamstagen" wie schon in den beiden Jahren davor jeweils von 10 bis 12 Uhr Tipps und Tricks rund ums liebe Geld. Zusätzlich findet am 15.November in der Wiener Börse eine Informationsveranstaltung zum Thema "Richtig vorsorgen: Mehr Ertrag, weniger Steuern" statt.

Der Event dürfte großen Zustrom haben, denn laut einer von der RLB NÖ-Wien in Auftrag gegebenen Gallup-Umfrage glauben 68% der Befragten, dass die staatliche Pensionsversicherung für die persönliche Altersvorsorge nicht ausreicht. Ebenfalls zwei Drittel wissen nicht, wieviel sie monatlich zur Seite legen müssen, um in der Pension ihren derzeitigen Einkommensstandard zu erhalten. Auch über die geplante Erhöhung der Erbschafts- und Schenkungssteuer auf Liegenschaften, Wohnungen und Häuser machen sich die Österreicher Sorgen, sagte Georg Kraft-Kinz, für das Privatkundengeschäft in Wien zuständiger Direktor der RLB NÖ-Wien. Laut Umfrage erwarten 45% der Befragten Auswirkungen auf die eigene Familie.

Karl Bruckner, Vorsitzender des Fachsenats für Steuerrecht in der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, erwartet durch die geplante Spekulationssteuer von 5% auf Substanzgewinne bei Investmentfonds hohe EDV-Aufwendungen für die Banken. Außerdem sieht er auf lange Frist Ertragsschmälerungen von bis zu 20% für die Anleger.