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Gutes Management schießt keine Tore

Von Christoph Rella

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Es ist eine Tabelle der anderen Art, fürwahr. Wie sonst kann es sein, dass hier Rapid, Mattersburg und Ried die Europacup-Plätze zwei bis vier belegen? Mit der abgelaufenen Meisterschaft können diese Placierungen, wie sie in einer aktuellen Studie der Vereinigung der Fußballer (VdF) nachzulesen sind, freilich nichts zu tun haben. Oder doch?

Zumindest wenn man, wie die VdF auf Basis ihrer alljährlichen Umfragen unter allen Spielern der Bundesliga herauszufinden versucht hat, nicht nur nach der sportlichen Leistung, sondern nach dem herrschenden Umfeld fragt. So gesehen dürfte hier das gute Abschneiden der bis zuletzt gegen den Abstieg kämpfenden Klubs Rapid, Mattersburg und Ried - Letztere schafften den Klassenerhalt bekanntlich nicht - tatsächlich seine Berechtigung haben. Ob pünktliche Gehälter, klare Verträge, Lohnfortzahlung bei Verletzungen oder Austausch von Informationen - alle drei fassten laut Studie unter diesen Kategorien (gemeinsam mit Leader Red Bull Salzburg) nur Bestnoten aus, die aktuell im Europacup vertretenen Vereine Austria, Sturm Graz und Altach belegten hingegen nur die Plätze fünf bis sieben.

Verkehrte Welt, möchte man da meinen. Wie kann es sonst sein, dass beispielsweise Rapid, das laut Studie nach den Salzburgern die besten Bedingungen für seine Spieler bietet, im Vergleich zum nur auf siebenter Stelle gereihten Sturm Graz in der vergangenen Saison sportlich abgestürzt ist? Die Antwort ist so einfach zu beantworten, wie sie schwer zu erheben ist: Funktionierende Strukturen und Geld allein sind nun einmal nicht alles. Wichtig ist, dass die Chemie zwischen den einzelnen Akteuren stimmt und jeder für den Fußball brennt. Wer hier nicht überzeugt, dem nutzt auch ein gutes Umfeld nichts.