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Halloween

Von Robert Cvrkal

Gastkommentare

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In wenigen Tagen feiern wir wieder Halloween, ein Fest das die Gesellschaft entzweit. Manche sehen in Halloween eine Möglichkeit sich bzw. ihre Kinder zu verkleiden, miteinander zu feiern bzw. in Kindergruppen durch die Straßen von Haus zu Haus zu ziehen und um Süßigkeiten zu bitten.

Manche Bürger sehen in Halloween eine weitere Amerikanisierung der Gesellschaft und vor allem darin ein Fest der Wirtschaft damit zusätzlich die Kassen klingeln.

Manche Bürger stören die verwendeten Symbole, weil z. B. der Kürbis ein heidnisches Symbol darstellt, welcher von den Kelten zur Auswahl jener Familie verwendet wurde, welche aus ihrer Mitte ein Menschenopfer für die Gemeinschaft zum Erntedank erbringen musste. Jene Familie die den Kürbis erhielt musste dann EINES ihrer Kinder als Opfer vorschlagen und die Obrigkeit der Gemeinschaft musste diesem Opfer dann noch zustimmen. Dieses Opfer wurde dann lebendig verbrannt.

Der Leitspruch bei Halloween "Gib mir Süßes oder du bekommt Saures" kommt den Kindern schreiend und viel Engagement über die Lippen, sodass man über die eigentliche Bedeutung dieses Satzes kaum nachdenkt. Wenn eine Kinderschar von 5 - 12Jährigen brüllend durch Gassen zieht dann wird sich die Bevölkerung kaum vor dieser fürchten, sondern man wird schmunzeln, lächeln oder ignorieren.

Doch denken wir weiter, wenn diese heute 5 - 12Jährige in 10 Jahren also als 15 - 22Jährige im Rudel durch die Straßen ziehen und den als Kind eingelernten Halloweenspruch "Gib mir Süßes oder du bekommst Saures" ummünzen in den Slogan "Was du mir nicht freiwillig gibst, dass nehm ich mir eben mit Gewalt".

Wenn wir uns immer wieder beschweren, dass die Welt immer brutaler wird, sollte man auch überlegen, ob nicht auch Halloween, welches immer mehr in Europa Fuß fasst und bei welchem vielfach fremdes Eigentum oder auch andere Ansichten nicht akzeptiert werden einen Beitrag zur Verrohung der Gesellschaft leistet.

Interessant ist, dass jene die Halloween als Überzeugung ablehnen sofort als Spielverderber bzw. Ewiggestrige tituliert werden, während andererseits gegen den Heiligen Nikolaus, der den Kindern nur Geschenke bringt, mit schweren Geschützen vorgegangen wird und den man am liebsten abschaffen würde. Dazu passt auch, dass die EU bei einem Kalender die Feiertage von allen anderen Religionsgemeinschaften angeführt hat aber auf jene der Katholiken vergessen hat, so als ob die Katholiken in Europa unerwünscht wären.

Ob und welche Feste man feiert ist meines Erachtens Privatsache, aber man sollte sich bezüglich der Hintergründe der Feste bewusst sein und ein Fest sollte niemals dazu missbraucht werden garantierte Grundrechte Dritter zu beschneiden bzw. unsere Jugend zu einen späteren Rechtsbruch verleiten.