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Hamas bombt gegen Frieden

Von Eva Zitterbart

Politik

In der Hafenstadt Netanya in der israelischen Zentralregion detonierten Sonntag Vormittag drei Bomben. Sie sollten offensichtlich die heute beginnenden Verhandlungen über den endgültigen Status | Israels und der Palästinensischen Autonomieregion stören.


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Sie verletzten 28 Menschen, zwei davon schwer. Eine vierte Bombe konnte unmittelbar nach der ersten Detonation entdeckt und entschärft werden. Die Polizei erklärt, dass es sich um einen politisch

motivierten Anschlag handelt. Ein Flugblatt, das Samstag vom militärischen Flügel der palästinensischen Widerstandsbewegung Hamas in Umlauf gebracht worden, hatte im Vorfeld der heute in Ramallah

beginnenden Verhandlungen über den endgültigen Status der beiden Nationen Israel und Palästina Anschläge gegen israelische Zivilisten angekündigt.

Erst vor rund 14 Tagen hatte der geistige Führer der Hamas, der an den Rollstuhl gefesselte Scheich Yassin, in einem Interview für das israelische Fernsehen erklärt, dass sich künftige gewaltsame

Aktivitäten der Hamas nicht gegen israelischen Zivilisten richten würden. Am vergangenen Freitag allerdings war der Ton des wöchentlichen Sermons der islamischen Würdenträger in der Al Aksa Moschee

in Jerusalem deutlich: Die muslimischen Führer sündigten, wenn sie "Frieden mit den Juden schlössen oder sich Juden als Freunde und Unterstützer suchten", weil die Juden Jerusalem besetzt hielten.

Der Prediger führte auch aus, dass mit "Land" das gesamte ehemalige Mandatsgebiet von Haifa im Norden bis Aschkelon im Süden gemeint sei.

Die Reaktionen in Israel sind deutlich anders als in den Jahren der Regierung Netanyahu. In Radio und Fernsehen wurde zwar über den Anschlag berichtet, stundenlange Live-Übertragungen mit

Wiederholung der Bilder von Verletzten und Einsatzgruppen unterblieben diesmal. Israel will derzeit die Friedensverhandlungen weiterführen. Premierminister Ehud Barak erklärte in einer Stellungnahme,

dass seine Regierung fest entschlossen sei, den Terror zu unterbinden und die ständige Bedrohung der israelischen Bevölkerung aufzuheben. Die Regierung erwarte daher auch von der Palästinensischen

Autonomieverwaltung, dass sie wirksam Terroristen daran hindere, den Friedensprozess zu gefährden.