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Arbeit an Vereinfachung des Systems geht voran - Unterbrechung wegen KV-Gesprächen.
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Wien. "So ein Kasperltheater wird es bei uns nicht geben." Am 21. Oktober starten die KV-Verhandlungen für die rund 530.000 Angestellten im österreichischen Handel. Der Verhandler auf der Arbeitnehmerseite, Manfred Wolf, stv. Geschäftsbereichsleiter der Gewerkschaft GPA-djp, kann sich einen Seitenhieb auf die Metaller, die ebenfalls gerade um einen neuen Kollektivvertrag feilschen, (siehe unten) nicht verkneifen.
In den "Niederungen der KV-Verhandlungen" werde dennoch nicht "gekuschelt", wiewohl das Gesprächsklima zwischen Gewerkschaft und Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer gut sei, so Wolf am Mittwochabend vor Journalisten.
"Unser Ziel ist, dass es flott über die Bühne geht, damit wir uns wieder dem Reformprozess widmen können", sagt Rene Tritscher, Geschäftsführer der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) zur "Wiener Zeitung".
Die Bundessparte und die Gewerkschaft führen schon länger intensive Gespräche über die "größte Systemumstellung" auf KV-Ebene. Derzeit gibt es zwar nur einen Handels-KV, die verschiedenen Gehaltstafeln machen ihn allerdings so kompliziert, dass er "für Nicht-Juristen nicht lesbar" sei, wie schon der neue Spartenobmann Peter Buchmüller im Juni bei seiner Antrittspressekonferenz einräumte. Gerecht ist es auch nicht. So verdienen etwa Angestellte im Buchhandel mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen im Textilhandel. Oder der Verdienst ist bei den gleichen Voraussetzungen in einem Bundesland höher als im anderen.
"Wir wollen ein modernes, gerechtes System"
Das aktuelle Gehalts- und Einstufungsschema beruhe auf alten, gewachsenen Strukturen, so Tritscher: "Wir wollen ein modernes, gerechtes System." Beiden Seiten gehe es um einen großen Wurf, betont Wolf.
Zurück zu den KV-Verhandlungen: Die Gewerkschaft fordert üblicherweise einen Gehaltsabschluss, der deutlich über der Inflationsrate liegt. Dafür wird die Preissteigerung der vergangenen zwölf Monate (Anfang Oktober 2014 bis September 2015) von 1,1 Prozent herangezogen.
Bei der sechsten Urlaubswoche für alle Angestellten, die 25 Jahre im Handel gearbeitet haben - auch wenn sie in dieser Zeit verschiedene Arbeitgeber hatten -, lässt die Gewerkschaft nicht locker. Es gebe bereits große Betriebe, die bei einem Jobwechsel im Konzern Vordienstzeiten anrechnen, die über dem gesetzlichen Erfordernis liegen, z.B. Rewe, Spar oder Leder & Schuh. Bei dm Drogeriemarkt werden die vollen Karenzzeiten der Mitarbeiterinnen bei Vorrückungen, Jubiläumsgeldern und Urlaubsanspruch berücksichtigt. Derzeit werden nur für das erste Kind zehn Monate angerechnet.
Die Position der Wirtschaftskammer zu diesem Thema ist altbekannt. Betriebsvereinbarungen gut und schön, auf KV-Ebene sei die geforderte sechste Urlaubswoche im Handel derzeit nicht verkraftbar, so Tritscher. Er sieht wenig Notwendigkeit, darüber in den Gesprächen über Gehaltserhöhungen Verhandlungen zu diskutieren.
Heuer keinDoppelabschluss geplant
2013 hatten sich die Sozialpartner erstmals seit 1988/89 auf einen Doppelabschluss geeinigt. Ab Jänner 2014 stieg das Mindestgehalt auf 1450 Euro brutto, ab Jänner 2015 auf 1500 Euro. Das nächste Ziel der Gewerkschaft sind 1700 Euro. Heuer wird kein Doppelabschluss angestrebt. "Ganz sicher nicht", sagt Wolf.

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