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Heimische Hoffnungsträger in China

Von Eva Stanzl, Sophia Freynschlag und Petra Medek

Wirtschaft

Österreich-Delegation will Exporte nach China steigern. | In Nischen von Biodiesel bis zur Kunsteisbahn tätig. | Wien. Drei Prozent der Firmen in China sind ausländische Unternehmen, die 30 Prozent der Industrieproduktion und die Hälfte des Außenhandels ausmachen. "Österreichs Exporte nach China sind jedoch nicht größer als jene nach Slowenien", betont Hannes Androsch im Telefonat mit der "Wiener Zeitung". Der Industrielle engagiert sich im Rahmen des Staatsbesuchs von Bundespräsident Heinz Fischer für die österreichisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen. | Chinas Kurswechsel nährt Sorgen über die Erholung | Fischer: Sensibel bei der Stabilität | Analyse: Pekings Verhältnis zu den USA wird sich weiter abkühlen


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Die heimischen Exporte nach China lagen in den ersten drei Quartalen 2009 bei 1,62 Milliarden Euro. Um sie zu steigern, reist eine Delegation von 120 Firmen im Schlepptau des Präsidenten. "Viele sind zum ersten Mal in China, aber alle bereiten Geschäfte vor", sagt Martin Glatz, Regionalmanager der Außenwirtschaft für Fernost/Ozeanien. Besonders gefördert werden Umwelttechnologie, Energieeffizienz, Mobilität und Verkehrsinfrastruktur.

Etwa profitiere der Linzer Gleisbauer Plasser und Theurer vom 400 Milliarden-Euro-Konjunkturpaket für die Infrastruktur. Und für heimische Autozulieferer sei es "lebenswichtig", in China zu sein, sagt Glatz.

Eisbahn in Shoppingmall

Auf eine Nische konzentriert sich das Tiroler Unternehmen Seda Umwelttechnik. Die Firma ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Anlagen, die Flüssigkeiten in Altautos absaugen. "Wir sind dabei, in China eine Niederlassung zu gründen", sagt Seda-Chef Joachim Vogt. Da China die USA als größten Absatzmarkt für Neuwagen überholt hat, werde auch der Markt für Altauto-Entsorgung rapide wachsen.

"Vor zwei Jahren ist in China ein Gesetz für Altauto-Recycling in Kraft getreten, daher wollen wir Pionier am chinesischen Markt sein", so Vogt. Derzeit baut Seda rund 150 Anlagen pro Jahr. Das Potenzial in China beziffert Vogt mit mehreren 100 Anlagen in den kommenden zehn Jahren.

Biolux Biofuel aus Brunn am Gebirge hat hingegen über ein Joint Venture mit dem chinesischen Ölriesen CNOOC eine Biodieselanlage um 120 Millionen Euro gebaut. "Das Werk wird gerade in Betrieb genommen", sagt Biolux-Geschäftsführer Hannes Kirchner.

Mit zehn Mitarbeitern ist das Tiroler Eis- und Solartechnikunternehmen AST in China vertreten. Dort vertreibt AST vor allem Kunsteisbahnen für Einkaufszentren - zehn wurden mittlerweile errichtet.

Post mit Sisi-Briefmarke

Der Leiterplatten-Hersteller AT&S ist nach eigenen Angaben mit 500 Millionen Dollar der größte heimische Investor im Reich der Mitte. Ins Werk in Shanghai will AT&S heuer weitere 40 Millionen Euro investieren. "Wenn der Cashflow da ist, werden wir uns in zwei bis drei Jahren ein neues Werk überlegen müssen", sagt AT&S-Aufsichtsratspräsident Androsch.

Was Forschungskooperationen betrifft, spricht er von "zarten Versuchen". Es sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden. Mittelfristig sei davon auszugehen, "dass die Chinesen selber forschen. China ist dahinter, ein gescheites Elektroauto zu erfinden".

Weiters ist die Österreichische Post AG in Person von Generaldirektor Rudolf Jettmar vertreten. Denn für die Expo von Mai bis Oktober hat die Post eine Briefmarke herausgegeben, die Kaiserin Sisi vor Schönbrunn zeigt. Die Post hofft, dass sich Expo-Besucher damit für Briefe eindecken.