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Heimische Klischees ade

Von Verena Franke

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Abwechselnd hebt sie ihre rechte, dann ihre linke Augenbraue, streicht sich die Haare aus dem Gesicht und lacht dabei, um gleich darauf die Hände vor der Brust zu verschränken und verschmitzt ein wenig mit den Gästen zu flirten. Marie Brett gibt sich unkonventionell, wenn sie ihre Sendung "Destination réussite" jeden Mittwoch Nachmittag auf TV5-Monde moderiert.


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Mit ihrer sympathischen Lockerheit zeigt sie, wo sich französisch sprechende Leute in der ganzen Welt bewegen. Diesmal stand Österreich auf dem Programm: Fernab von Mozartkugeln, Sachertorte und der Trapp-Familie - kurz erwähnt werden diese Klischees natürlich schon - wirft Brett einen frankophonen Blick auf die aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage. Mit Studiogästen wird etwa über die Höflichkeit der Wiener genauso parliert wie über die gesellschaftliche Wichtigkeit von akademischen Titeln, die so nur mehr in Österreich praktiziert wird. Dazwischen ein emotionsloser kurzer geschichtlicher Überblick seit dem Zweiten Weltkrieg bis inklusive Jörg Haider, gefolgt von einem Wien-Reisebericht, in dem die Caféhäuser, der Karl-Marx-Hof, der Prater und die Donauinsel nicht fehlen dürfen. Und auch das heimische Rauchergesetz ist Thema: "Eigentlich kann man in jedem Restaurant, Bar oder Café rauchen", meint der Studiogast, worauf die Moderatorin sichtlich staunt. Aufgelockert werden die viele Daten und Fakten neben dem Geplauder von einem außergewöhnlichen Porträt: Eric Bavala aus Burkina Faso hat in Österreich ein neues Leben begonnen. Eine Erfolgsgeschichte des Weltbürgers, dessen Alltag nicht immer leicht ist. Auch hier zeigt TV5-Monde keine Klischees. Das ist echtes Qualitätsfernsehen.