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Heimisches Erdgas-Tankstellennetz soll ausgebaut werden

Von Dieter Friedl

Wirtschaft

700 Erdgasautos und 29 Tankstellen in ganz Österreich. | Salzburg plant 200 neue Gastankstellen. | Wien. Während in Deutschland der Ausbau des Gastankstellennetzes (bis zum Jahresende sollen es 1000 Tankstellen sein) zügig voranschreitet, ist in Österreich zwar der Wille da, aber es geht alles etwas langsam vonstatten. Derzeit gibt es in Österreich 29 öffentliche Gastankstellen, vorrangig in den Landeshauptstädten. Hier können die derzeit vorhandenen 700 erdgasbetriebenen Fahrzeuge auftanken. Für die Betreiber ist das natürlich noch kein Geschäft, pro Zapfsäule rechnet man mit mindestens 300 Fahrzeugen, um kostendeckend arbeiten zu können. So gesehen dürfte es in Österreich, um gewinnbringend arbeiten zu können, nur 3 Erdgastankstellen geben - was natürlich nicht möglich ist, da es eine halbwegs flächendeckende Versorgung gewährleistet muss, damit das Geschäft überhaupt ins Laufen kommt.


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#Wien: Wenig Ausbau

Aber OMV, Wien Energie und die Salzburg AG sind bemüht, in die Zukunft zu investieren. In Wien wurde die "Wien Energie Erdgas Mobil" geschaffen, um den Ausbau voranzutreiben. Der Linzer Tankstellenbetreiber Stiglechner (Marke IQ) wird noch im Juli in Wien gemeinsam mit Wien Energie drei Tankstellen eröffnen, der Wiener Energiekonzern plant noch bis Ende 2007 gemeinsam mit der OMV fünf Gastankstellen (zwei davon noch im laufenden Jahr) aufzumachen. Der OMV-Konzern betreibt bereits 5 Tankstellen in Eigenregie, sie sollen auch von Wien Energie übernommen werden. Für zwei Betriebstankstellen laufen vielversprechende Gespräche.

Die Fahrzeugdichte von erdgasbetriebenen Fahrzeugen ist in Wien noch gering. Die 840 Fahrzeuge der Wiener Verkehrsbetriebe fahren mit Flüssiggas, Wien Energie betreibt selbst 120 Fahrzeuge auf Gasbasis, weitere 140 sollen noch dazukommen.

Salzburg will Gas geben

Besonders engagiert ist man bei der Salzburg AG, die 200 Gasabgabestellen bis 2010 öffnen will (derzeit hat man 12). Dieses Vorhaben dürfte nach Expertenmeinung nicht ganz gelingen, da man mit Vorlaufzeiten von rund einem Jahr zu rechnen hat und im Moment lange Lieferzeiten für entsprechende Anlagen einkalkuliert werden müssen. Die Salzburger kooperien mit Agip und der Stiglechner-Gruppe und wollen auch die OMV mit ins Boot bekommen. Gerhard Kunit, Experte von Wiengas, zur "Wiener Zeitung": "Wir haben etwas bewegt, genaue Zahlen über Gasautos gibt es aber nicht". Eine Prognose für 2010 spricht von 50.000 erdgasbetriebenen Fahrzeugen. "Das wird nicht ganz möglich sein, aber vielleicht können wir, wie in Schweden, den Fahrzeugbestand jedes Jahr verdoppeln, dann wären vielleicht 20.000 möglich". Der Vorteil erdgasbetriebener Autos sind die niedrigen Kosten. Tanken kostet im Vergleich zu benzinbetriebenen Fahrzeugen nur etwa halb so viel.