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Heinz Fischer bekommt Konkurrenz

Von Walter Hämmerle

Politik

Monarchisten wollen politische Partei gründen. | Mitteleuropa soll unter dem Hause Habsburg wiedervereinigt werden. | Wien. Heinz Fischer bekommt unerwartete Konkurrenz. Österreich soll wieder zur Erb-Monarchie werden - das forderte am Montag zumindest der Verein SGA, dessen Kürzel für "Schwarz-Gelbe Allianz" steht - die Farben symbolisieren das Haus Habsburg-Lothringen. Ob sich der amtierende Bundespräsident auch wie sein berühmter Vorgänger in der Hofburg die Frage "Ja dürfens denn des überhaupt?" gestellt hat, ist nicht bekannt.


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Wie ernst es die Vereinigung der österreichischen Monarchisten meint, blieb am Montag ebenfalls vage. Fragen nach der Zahl der Mitgliedern oder Namen unterstützender Adliger wurden jedenfalls nicht beantwortet. Betont wurde allenfalls, dass man nicht auf Geheiß der Habsburger handle, obwohl man dessen Wiedereinsetzung in die alte Herrlichkeit zum Programm erhebt.

Tatsächlich wäre ein solcher Vorstoß des ehemaligen Herrscherhauses politisch brisant. Immerhin musste der Sohn von Kaiser Karl, Otto Habsburg, der am 20. November seinen 95. Geburtstag feiert, 1961 eine Erklärung unterzeichnen, in der er auf sämtliche Herrschaftsansprüche für seine Familie verzichtet.

Dessen ungeachtet arbeitet die SGA daran, eine monarchistische Partei zu gründen. Die Ziele sind im "Artstettner Manifest" zusammengefasst. Das niederösterreichische Schloss Artstetten war Residenz des 1914 in Sarajevo ermordeten Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Gemahlin Sophie Herzogin von Hohenberg.

Für SGA-Obmann Manfred Körner besteht jedenfalls kein Zweifel, dass eine parlamentarische Monarchie die beste aller Staatsformen darstellt. Sein Argument: "Ein Monarch ist als einziger allein dem Volk verpflichtet, es dient nicht das Volk dem Monarchen, sondern der Monarch dem Volk", weshalb er quasi ein "lebenslanger Ombudsmannn des Volksinteresses" sei.

Rückenwind für die Wiedereinführung der Monarchie glaubt man durch den verbreiteten Parteien- und Politikerfrust zu verspüren. Bevor andere politische Extreme von der "republikanischen Parteiendiktatur" profitieren, möge man doch zur bewährten Form der Monarchie zurückkehren, plädiert Körner.

Das Projekt soll jedoch keinesfalls auf Österreich beschränkt werden, vielmehr will die SGA die Kernländer der Donaumonarchie wieder unter einem Dach vereinen - "als Bund freier Staaten unter einem Monarchen". Dies sei zudem ein geeignetes Rezept, um die kleinen Staaten Mitteleuropas vor einer "Majorisierung der Großen in der EU" zu bewahren. Vertreter der Monarchisten aus "Böhmen, Mähren und Sibirien . . . äh Schlesien" versprachen am Montag ihre tatkräftige Unterstützung für das Projekt.