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Hektik im Handel - Ölpreis im Zick-Zack-Kurs, Dollar unter Druck

Von Petra Medek

Analysen

Hektik herrscht dieser Tage nicht nur an den Aktienmärkten. Auch die Rohstoffhändler brauchen derzeit starke Nerven: Am Montag schnellte der Ölpreis um rund 25 Dollar in die Höhe und erreichte an der New Yorker Börse kurzzeitig 130 US-Dollar - das ist der höchste Sprung aller Zeiten. Danach sank der Preis zwar deutlich auf rund 124 Dollar, blieb damit aber immer noch fast 20 Dollar über dem Niveau des Vortages. | Ein möglicher Grund für den Preissprung ist das von der US-Regierung geplante Stabilisierungspaket für den Finanzmarkt. Denn wenn die öffentliche Hand tatsächlich 700 Milliarden Dollar auf die Beine stellt, dann dürfte das nicht ohne Auswirkungen auf die Inflation bleiben, fürchten Experten.


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Und damit leidet der Dollar: Dieser hat zu Beginn der Woche bereits deutlich an Wert verloren. Dass ein Fallen des Dollarkurses aber meist Hand in Hand mit einem Steigen des Ölpreises geht, war in jüngster Zeit oft zu beobachten.

Außerdem, so gibt der Wiener Ölmarktexperte Johannes Benigni zu bedenken, werden Rohstoffe in Zeiten wie diesen immer beliebter. Investoren fliehen aus unsicheren Aktien in den als ruhiger und sicherer eingestuften Rohstoff-Hafen. "Öl hat fundamental einen gesunden Ausblick und ist eine gute Investitionsmöglichkeit", so Benigni.

Extreme Marktbewegungen wie jene am Montag sehen manche Händler nicht gerne. Solche Preisausschläge sind Wind in den Segeln jener, die behaupten, dass Spekulanten an den Rohstoffmärkten am Werk seien.

Durch solche Preisanstiege werde der Eindruck verstärkt, dass es sich bei den Terminmärkten um ein Kasino handle, das reguliert werden müsse, meint etwa Tim Evans, Rohstoffanalyst bei Citi Futures Perspectives, in der "Financial Times Deutschland". In diese Richtung könnte auch die Interpretation der Analysten der Commerzbank deuten: Der Preissprung am Montag habe nur Kontrakte betroffen, welche per Oktober auslaufen und am Montag das letzte Mal zu handeln waren. Daher sei anzunehmen, dass viele Händler auf fallende Preise gesetzt und Leerverkäufe getätigt hatten und sich nun kurzfristig noch eindecken mussten, so die Commerzbank-Analystin Barbara Lambrecht.

Die November-Kontrakte hätten den Preissprung nicht mitgemacht.