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Helmut Elsners teure Rückführung

Von Wolfgang Zaunbauer

Politik

Auslieferungsflug kostete 15.300 Euro. | Wien. Am 13. Februar 2006 war Helmut Elsner von Frankreich nach Österreich ausgeliefert worden. 15.300 Euro stellte der Internationale Flugrettungsdienst dafür in Rechnung. Ein Linienflug mit der AUA hätte ein paar hundert Euro gekostet, daran war jedoch aufgrund der damals akuten Herzerkrankung Elsners nicht zu denken.


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Dies war einer der interessanteren Punkte, die Richterin Claudia Bandion-Ortner am Donnerstag (Tag 87) beim Verlesen des Gerichtsakts darlegte. Ansonsten war es ein ereignisarmer Prozesstag. Wieder einmal wurde darüber befunden, welche Fragen von Elsners Anwalt an den Gutachter Fritz Kleiner zugelassen werden. Auf eine Beantwortung dieser wird das Gericht allerdings warten müssen. Kleiner ist seit gestern, Donnerstag, als Sachverständiger im Herberstein-Prozess tätig (siehe Seite 13). Erst ab 14. April steht er wieder zur Verfügung.

Ursprünglich waren nur zwei Verhandlungstage für Fragen an den Gutachter vorgesehen gewesen. Daraus wurden mittlerweile 14. Verantwortlich dafür ist vor allem Wolfgang Schubert, Elsners Anwalt, der über 1000 Fragen an den Sachverständigen stellen will. Mittlerweile ist man bei Frage 550 angelangt, wobei nur ein Teil der Fragen tatsächlich zugelassen wurde. Den Vorwurf der Prozessverzögerung weist Schubert übrigens von sich.

Wenn der Prozess gegen die frühere Bawag-Spitze am Montag fortgesetzt wird, ist es der bereits 88. Prozesstag - geplant waren 44. Besonders spannend verspricht aber auch der nicht zu werden, steht doch wieder die Verlesung des Gerichtsaktes an.

Interessanter wird der Dienstag, wenn der zweite Gutachter, Thomas Keppert, sein drittes und letztes Teilgutachten zu den Bawag-Bilanzen präsentiert. Darin wird es um den Wert der Bawag-Anteile des ÖGB gehen. Der Gewerkschaftsbund hatte mit seinem Vermögen für die Verluste der Bawag aus den Karibik-Geschäften garantiert. Das Problem: Sein Vermögen bestand in erster Linie aus Anteilen an der Bank.