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Vom Bodensee bis zum Neusiedler See stehen heute die Postbusse still. Die Postbus-Gewerkschaft hat zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen und Vorsitzender Robert Wurm ist sich der geschlossenen Beteiligung der 3.000 Mitarbeiter | sicher. Grund für die Aktion ist der Verkauf der Postbus AG an die ÖBB sowie der geplante Teilverkauf an Private.
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Rund 500.000 Fahrgäste sind vom Warnstreik betroffen. Pendler, Schüler oder Ausflügler werden nicht wie gewohnt in den Postbus steigen können, sie müssen auf alternative Verkehrsmittel ausweichen oder zu Hause bleiben. Die Landesschulräte wurden schon im Vorfeld von der Gewerkschaft über die Aktion informiert und so haben die Landesschulräte der Länder beschlossen, den Schülern zwar nicht generell frei zu geben, das Fernbleiben aber mangels Fahrgelegenheit zu entschuldigen. In den meisten Fällen wird nicht einmal eine schriftliche Bestätigung der Eltern notwendig sein. Das Notfallprogramm wird jedenfalls mager ausfallen. Die ÖBB werden zumindest teilweise für den Postbus einspringen. "Überall dort, wo es möglich ist, werden wir unsere Linien verstärken", beruhigt ÖBB-Sprecher Michael Hlava. Auch Private wollen als Ersatz in die Bresche springen, das Potenzial dürfte sich jedoch in Grenzen halten. Wurm wie auch Postbus-Chefin Wilhelmine Goldmann glauben, dass maximal 5 Prozent der 700 brach-liegenden Linien durch Private abgedeckt werden können. Die Kosten für den Ausfall werden mit 1,45 Mill. Euro beziffert, der Einnahmenentgang liegt bei rund der Hälfte. Goldmann bestätigt, dass der Verkehrsverbund Salzburg bereits Pönale fordert. Sie selbst will aber die Forderungen nicht an den ÖGB weiterleiten, um Eskalationen zu vermeiden.
Während die Postbuslenker auf Verständnis der Bevölkerung hoffen, bleibt ihnen solches seitens der Bundesregierung verwehrt. Die Kampfmaßnahmen werden rundum abgelehnt. Der Kanzler hält den Konflikt gar für künstlich konstruiert. Die Gewerkschaft hofft auf Einlenken der Regierung, will aber im Notfall den Streik im Juni fortsetzen.
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