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Hilflosigkeit statt Pioniergeist

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Ja, nein, weiß nicht, vielleicht, hab’ Angst: Die Formel 1 wirkt derzeit nicht wie das professionelle und milliardenschwere Hochglanzprodukt des Motorsports, sondern eher wie eine Parodistengruppe. Seit dem Finale der vergangenen Saison in Abu Dhabi am 29. November des Vorjahres hatte man nun ein Vierteljahr Zeit, um sich eine Strategie gegen die Krise und für mehr Spannung auszudenken, herausgekommen ist am 4. März, also zwei Wochen vor dem WM-Auftakt in Melbourne, ein neuer Qualifikationsmodus, bei dem in allen drei Runden nach einer bestimmten Zeit alle 90 Sekunden der jeweils Langsamste von der Piste muss. Was für mehr Attraktivität sorgen sollte, brachte in Wahrheit Chaos und am Ende eine Farce, als nämlich die letzten vier Minuten gar kein Fahrer auf der Strecke war - darin waren sich Fans und Teams in Melbourne noch einig. Mercedes-Teamchef Toto Wolff sprach von einer "Verschlimmbesserung", die man schnellstmöglich korrigieren müsse, Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Teams, von einem "Griff ins Klo". Für Bahrain in einer Woche und den Rest der Saison wollte man also den Rückwärtsgang einlegen. Doch auch der will nicht einrasten. Am Donnerstagabend erzielten die Teams keine Einigkeit über eine Rückkehr zum alten Format. "Ich denke, es wird alles so belassen, wie es ist", erklärte Chefvermarkter Bernie Ecclestone nach einer Sitzung. "Danach sehen wir weiter." Dass man experimentiere und neue Dinge ausprobiere, verteidigte er aber. Ja, eh, Stillstand ist Rückstand und so. Doch die derzeitige Lage zeugt nicht von Pioniergeist, sondern von Hilflosigkeit. Vielleicht sollte man tatsächlich schnellstmöglich eine neue Regel einführen: nämlich jene, dass alle anderen in Zukunft schon vor einer Saison feststehen.