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Hirscher in der Weirather-Rolle

Von Christian Mayr

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Es wird was los sein in Schladming, es wird sogar sehr viel los sein am Wochenende. Bei den abschließenden Slalombewerben werden die Publikumsrekorde an der Planai fallen, vor allem am Sonntag beim Herren-Torlauf haben sich fast 40.000 - großteils österreichische - Fans an der Strecke angesagt. Und sie werden versuchen, Marcel Hirscher und Co. doch noch zum ersten Einzelgold dieser Titelkämpfe zu peitschen. Die Situation erinnert ein bisschen an die WM 1982 in Schladming: Damals fand am Schlusstag die Herren-Abfahrt statt, Österreich hatte erst eine Bronze-Medaille, und das ganze Land verlangte den Weltmeistertitel. Harti Weirather hielt letztlich dem Druck vor zigtausenden Fans stand und "erlöste" die Nation. Auch wenn diesmal schon Team-Gold zu Buche steht - der große, identitätsstiftende Sieg bei einem Einzelrennen fehlt der erfolgsverwöhnten ÖSV-Mannschaft bei dieser Heim-WM noch.

Trotz des "Twitter-Malheurs" nach dem Super G und der Rückenblessur vor dem Riesentorlauf hat Hirscher - laut einer Studie der coolste Österreicher - dem Druck bisher standgehalten.

Mit Gold und Silber in der Tasche lässt es sich dann wohl auch leichter in seine Paradedisziplin gehen. Zur Erinnerung: Bei Titelkämpfen hat es für den Salzburger bisher nur zwei Mal zu Blech gereicht.

Und wenn das ersehnte Gold am Schlusstag nicht eingefahren wird, darf sich die Skination Nummer eins durchaus trösten. In den vergangenen zehn Jahren ist es mit den Schweden 2007 nur einer Nation gelungen, bei Heimspielen auch Einzelgold zu holen.