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Hitze-Alarm: Wie heiß darf es im Büro sein?

Von Stephanie Dirnbacher

Wirtschaft

Hitzefrei nur bei Kulanz des Chefs. | Angemessene Raumtemperaturen am Arbeitsplatz. | Wien. Es ist nicht nur der Job, der Arbeitnehmern momentan die Schweißperlen auf die Stirn treibt. In der schwülen Hitze wird es in manchem Büro richtig ungemütlich.


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Wer da zu Hause oder im Schwimmbad bleiben möchte, muss sich schon freinehmen. Denn hitzefrei gibt es nicht - zumindest nicht gesetzlich. Es bleibt also dem Chef überlassen, ob er seine Mitarbeiter bei Hitze nach Hause schickt oder nicht.

Kein Recht auf eine Klimaanlage

Schwitzen muss man trotzdem nicht im Büro. Den Arbeitgeber muss aufgrund seiner Fürsorgepflicht die Arbeitnehmer vor Hitze schützen, weiß Jasmin Haindl, Arbeitsrechtsexpertin bei der Arbeiterkammer (AK) Wien. Er müsste etwa zusätzliche Arbeitspausen einräumen und für ein angemessenes Raumklima sorgen.

Bei geringfügiger körperlicher Arbeit, also etwa bei Bürotätigkeiten, hat die Temperatur am Arbeitsplatz laut Haindl zwischen 19 und 25 Grad zu betragen. Bei normaler körperlicher Tätigkeit - wenn man zum Beispiel wie ein Frisör stehen muss - 18 bis 24 Grad.

Ist es am Arbeitsplatz zu heiß, hat der Arbeitgeber zum Beispiel Jalousien zu montieren oder wärmeabgebende Maschinen zu kühlen, sagt Haindl. "Eine Klimaanlage ist aber nicht verpflichtend", betont die AK-Expertin.

Wenn der Chef seine Mitarbeiter dennoch in der Hitze brüten lässt, haben diese aber nur wenig Chancen, ihre Ansprüche auf eine angemessene Raumtemperatur durchzusetzen. Haindl rät, sich in solchen Fällen an den Betriebsrat oder das Arbeitsinspektorat zu wenden.