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Hoffen auf mehr Konsum und höhere Investitionen

Von Sissi Eigruber

Wirtschaft

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für höhere Studien (IHS) haben am Freitag die bereits bekannten Konjunkturprognosen bestätigt: Laut Wifo wird die Wirtschaft in Österreich heuer 1,9% und nächstes Jahr 2,5% wachsen. Laut IHS heuer 2,1% - für 2005 ist die Prognose mit 2,5% mit jener des Wifo ident. Damit diese Voraussage auch wirklich eintrifft, müssen allerdings die Nachfrage nach Investitionsgütern und der private Konsum anspringen, sind sich die Experten einig.


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"Die Ergebnisse unserer Herbstprognosen liegen ungewöhnlich dicht beieinander", sagte Hans Joachim Bodenhöfer, der am Freitag die Prognose anstelle von IHS-Chef Bernhard Felderer präsentierte. Der hohe Ölpreis bleibe zwar ein Risikofaktor, die beiden Institute gehen aber davon aus, dass die Konjunktur dadurch nur unwesentlich gedämpft wird. "Der hohe Ölpreis ist sicher auch Folge einer spekulativen Übertreibung", argumentierte Bodenhöfer. Wenn die Förderungen jetzt hoch bleiben, werde auch der Ölpreis wieder sinken.

Die aktuelle Konjunkturentwicklung sei stark durch die Zuwächse beim Güterexport geprägt (in Österreich +15% im 2. Quartal), aber nun zeigten sich auch beim privaten Konsum und den Investitionen Erholungstendenzen, so Bodenhöfer. Eine unzureichende Übertragung des Exportbooms auf die Investitions- und Konsumnachfrage sei neben einem weiteren Anstieg des Erdölpreises ein wesentliches Risiko für den Konjunkturverlauf, so Wifo-Vize-Chef Karl Aiginger.

Nach Ansicht des Wifo lassen die Investitionsdaten für das 1. Halbjahr 2004 noch kein Anspringen der Investitionstätigkeit erkennen - abgesehen von aus steuerlichen Gründen vorgezogenen Fahrzeuginvestitionen. Nächstes Jahr werden die Bruttoinvestitionen real aber auf 3,5% nach 2,2% steigen. Und auch das IHS prognostiziert einen Anstieg auf 3,5% (2005) nach 1,9% (2004).

Während laut Wifo die Realeinkommen der Arbeitnehmer heuer kaum zunehmen, werde die Lohn- und Einkommenssteuersenkung 2005 merklich höhere Nettorealeinkommen bewirken. Wifo und IHS rechnen daher für 2005 mit einer Steigerung des privaten Konsums (siehe Grafik).

Trotz steigenden Beschäftigungszahlen (Wifo: heuer +06%, 2005 +09%; IHS: heuer +0,7% heuer, 2005: +0,8%) werde sich die Arbeitslosenquote nur langsam verbessern, da es auch ein wachsendes Arbeitskräfteangebot gebe. Insbesondere Frauen und Ausländer drängen verstärkt auf den Arbeitsmarkt, meinen die Experten. Die Arbeitslosenquote nach nationalen Berechnungen werde daher dieses Jahr bei 7,1% und nächstes Jahr bei 6,9% liegen, prognostizieren beide Institute.