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Hoffnung über Wiens Börsehimmel

Von Hans Almer

Wirtschaft

Der österreichische Aktienmarkt hat die Investoren zum Wochenanfang mit einem neuerlichen kräftigen Absturz geschockt. Der ATX ist in rasantem Tempo in Richtung 1.000er-Schallmauer gefallen, hat | dann aber etwas unter 1.030 Punkten die Talfahrt gestoppt. In der Folge hat die Wiener Börse Terrain wettgemacht, ist endlich wieder so etwas wie eine neue Zuversicht aufgekommen. Die Erholung war | dabei vom Finanz-Blue Chip Bank Austria und einer Handvoll ÖIAG-naher Titel getragen. Also jenen Werten, die zuvor auch für den deutlichen Einbruch hauptverantwortlich gezeichnet hatten.


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Der österreichische Aktienmarkt profitierte ab Mitte der Woche sicher auch von der sich aufhellenden Stimmung in New York und einem insgesamt freundlicheren Umfeld in Europa. Die Wiener Börse

scheint also vorderhand einmal das Ärgste überstanden zu haben. Ob den positiven Ansätzen aber endlich auch der schon so oft prophezeite kräftige Aufschwung folgt, muß zumindest bezweifelt werden.

Schon zu oft sind die Experten und Anleger in den letzten Monaten enttäuscht worden.

Die Umsatzvolumina ließen jedenfalls in der vergangenen Woche noch auf keine breite Nachfrage schließen. Immerhin aber hat die Wiener Börse die Investoren in deutlich verbesserter Stimmung ins

Wochenende entlassen.

Der ATX sackte zunächst bis zum Dienstag von 1.067,44 auf 1.029,37 Punkte ab und fiel damit auf ein seit Anfang Jänner 1999 nicht mehr gesehenes Niveau. Zum Ende der Berichtsperiode wurde der

Fließhandelsindex schließlich mit 1.090,08 errechnet und hat sich damit gegenüber dem Vorwochenschluß um 2,1% erhöht.

Der den Gesamtmarkt umfassende WBI verzeichnete ein Plus von 1,8% auf 473,51. Der DJ Euro Stoxx als Indikator für die europäischen Finanzplätze hat sich in der abgelaufenen Woche um 0,2% ermäßigt und

der deutsche DAX konnte sich um 0,2% leicht verbessern.

Die österreichischen Standardwerte haben sich also in der Berichtsperiode endlich einmal deutlich besser entwickelt als der europäische Trend, der Aufholbedarf ist aber nach wie vor gewaltig.

Im Topsegment wurde die Liste der Gewinner von der Austria Tabak angeführt, knapp gefolgt von Libro. Ebenfalls sehr fest präsentierten sich beide RHI, Wienerberger, Böhler-Uddeholm, VA Stahl, OMV und

Semperit. Der Finanz-Blue Chip Bank Austria verbuchte einen deutlichen Anstieg um mehr als 6% und auch Erste Bank legten zum Wochenschluss deutlich zu. Die stärksten Einbußen mussten unterdessen

Austrian Airlines und die beiden Energieversorger Verbund und EVN hinnehmen. VA Tech und Mayr-Melnhof gaben ebenfalls deutlich nach.

Im B-Market profitierten Leykam vom geplanten Zuschlag für die Kleinaktionäre und zogen um 9,4% an. CyberTron legten nicht zuletzt durch einen starken Wochenschluss um 9,5% zu. bauMax bröckelten

dagegen um mehr als 5% ab. Die Wachstumsaktie sank nach dem Höhenflug der Vorwoche um nahezu 10%.

Bei den zu Einheitskursen gehandelten Titeln des C-Segments stachen die BF-Börsengenussscheine 1 mit einem Kurssprung von über 40% positiv hervor. Die Stamm- und Vorzugsaktien der Hild sackten

dagegen um jeweils rund 23% ab, Inku fielen um knapp 20% und Agra Tagger sanken um fast 18%.

Von den an der Easdaq bzw. am Neuen Markt gelisteten Austro-Aktien verbuchten S&T mit fast 30% sowie Sanochemia mit fast 39% und allen voran Fabasoft mit 70% kräftige Kurssprünge nach oben.

Hans Almer ist Redaktuer der Zeitschrift "Bank und Börse".