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Höhere MöSt statt Pkw-Maut

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Wifo: Steuer bringt Anreize zum Sparen. | Debatte um soziale Verträglichkeit. | Wien. Umweltschonender Verkehr und genügend Geld für die Infrastruktur: Das sollte laut Wilfried Puwein, Experte am Wirtschaftsforschungsinstitut, unter einen Hut gebracht werden. Und am ehesten ginge das über eine höhere Mineralölsteuer (MöSt) - und nicht über eine Pkw-Maut.


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Denn steige der Kraftstoffpreis um 10 Prozent, gehe der Verbrauch mittelfristig um 2,4 Prozent zurück, erklärt Puwein. "Es wird deshalb nicht unbedingt weniger Auto gefahren - aber es werden eher sparsamere Autos gekauft. Die Industrie bekommt einen Anreiz, sparsamere Modelle zu produzieren und manche steigen auf öffentliche Verkehrsmittel um." Noch in diesem Jahr soll die Mineralölsteuer laut Regierung auf Benzin um 1 Cent und auf Diesel um 3 Cent angehoben werden. Die MöSt ist ein Fixbetrag; derzeit hebt das Finanzministerium 0,417 Euro je Liter Benzin und 0,297 je Liter Diesel ein.

In Deutschland hat die Frage um eine nach ökologischen Kriterien gestaffelte Kfz-Steuer auch die Debatte ausgelöst, ob eine solche Maßnahme nicht einkommensschwächere Personen ungleich härter treffen würde.

Eine höhere MöSt - oder wie die von Umweltminister Josef Pröll kürzlich ins Spiel gebrachte gestaffelte Co 2 -Steuer - hätte wohl ähnliche Auswirkungen in Österreich. Puwein hält dem entgegen, dass sich Pendler bei den Autofahrten aufeinander abstimmen könnten.

Auch Fernsehen kostet

Wenig hält Puwein von dem Vorschlag Sebastian Kummers, Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft an der Wirtschaftsuni Wien, zwischen Vignette und Pkw-Maut wählen zu können - je nachdem, wie oft man autofahren würde. "Für das Fernsehprogramm muss man auch bezahlen, gleich, wie oft man schaut." Autobahnen müssten schließlich gebaut und gepflegt werden. Allerdings könnte sich der Wifo-Experte eine unter anderem nach Kraftstoffverbrauch berechnete Vignette vorstellen.

HintergrundGrundlagen der Maut