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Holding-Chef: Die Spannung steigt

Von Christoph Irrgeher

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Traut man Insidern, steht die Kür des neuen Geschäftsführers der Bundestheater-Holding unmittelbar bevor. Ende November, heißt es, hat die eingesetzte Findungskommission Minister Josef Ostermayer einen Dreiervorschlag unterbreitet. Die Namen? Einerseits angeblich Christoph Ladstätter, kaufmännischer Geschäftsführer der Volksoper seit 2007 (für eine telefonische Stellungnahme nicht erreichbar). Ein zweiter Anwärter soll Paul Gessl sein, der langjährige Chef der Niederösterreichischen Kulturholding NÖKU (ein Interesse am Wiener Job dementiert er am Telefon).

Stimmen die Namen, hat Ostermayers Kommission für die Neubesetzung am 1. Jänner jedenfalls keine schlechte Vorarbeit geleistet: Ladstätter und Gessl genießen in der Branche einen guten Ruf (wobei sich Letzterer erst außerhalb Niederösterreichs akklimatisieren müsste).

Die große Herausforderung für den "Neuen" aber wird freilich: Er (oder sie) muss zeigen, was das novellierte Bundestheatergesetz wirklich taugt. Ob die Konzernmutter in ihrer strategischen Position und Kontrollmacht gestärkt wurde, wie Ostermayer sagt. Oder ob die Holding, wie die Opposition meint, zum ministeriellen Prellbock degradiert wird. Fakt ist jedenfalls: Dank der Novelle entscheidet Ostermayer künftig nicht nur über die Verteilung der Gelder, sondern ernennt auch die kaufmännischen Chefs von Staats-, Volksoper und Burgtheaters selbst - eine Machtverschiebung, die sich im Gefolge des Burg-Skandals durchaus nachvollziehen lässt. Wie kurz dadurch aber die Leine des neuen Holding-Leiters wird und ob daraus ein effizienter Arbeitsradius entsteht: Das wird sich zeigen.