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In Berlin wird Jeroen Dijsselbloem als neuer Eurogruppenchef gehandelt.
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Amsterdam. Der Empfang in Berlin am Montag wirkte ausgesprochen herzlich. Dabei sind Jeroen Dijsselbloem und Wolfgang Schäuble erst seit eineinhalb Monaten Finanzminister-Kollegen. Kein Wunder, dass der Niederländer bei so viel deutschem Wohlwollen als Top-Kandidat für die Nachfolge des Eurogruppen-Vorsitzenden Jean-Claude Juncker gehandelt wird. Wie die "Tagesschau" meldete, soll der Sozialdemokrat das Amt erhalten.
Erst Anfang November dieses Jahres wurde Dijsselbloem als Finanzminister des neuen Kabinetts vereidigt. Bei seinem Amtsantritt sagte der 46-Jährige, dass er sich "knallhart" aufstellen wolle, wenn es um die Haushaltsdisziplin in Europa gehe. Gegenüber Griechenland wolle er eine "außerordentlich beharrliche" Politik verfolgen und auf die Einhaltung der Absprachen achten. Damit schließt sich Dijsselbloem der Linie seines Amtsvorgängers, des Christdemokraten Jan Kees de Jager, weitestgehend an.
Der aus Eindhoven stammende Agrarökonom Dijsselbloem war im Jahr 2000 zum ersten Mal in die Tweede Kamer (Zweite Kammer), das Parlament in Den Haag, gewählt worden. Wenige Jahre später profilierte er sich gemeinsam mit Diederik Samsom, dem heutigen Fraktionsvorsitzenden der sozialdemokratischen Arbeiterpartei (PvdA), als "roter Ingenieur" und setzte sich für Veränderung in der Politik ein.
Für die Wahlen im September 2012 beteiligte sich Dijsselbloem an der Ausarbeitung des Parteiprogramms und saß an der Seite von Samsom bei den darauf folgenden Koalitionsverhandlungen mit der rechtsliberalen "Volkspartei für Freiheit und Demokratie" (VVD).
Für Dijsselbloem spricht, dass die Niederlande trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten von den Ratingagenturen weiterhin die Bestnote AAA erhalten. Er hat bereits angedeutet, dass er "darüber nachdenken" würde, sollte man ihn fragen, ob er den Vorsitz der Eurogruppe übernehmen wolle. Sein Amt als niederländischer Finanzminister müsse er dafür nicht aufgeben, so der Politiker.
Entscheidung erst 2013 fix?
Als weitere mögliche Kandidaten wurden bisher der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble und der französische Finanzminister Pierre Moscovici genannt, außerdem die österreichische Finanzministerin Maria Fekter sowie der finnische Ministerpräsident Jyrki Katainen.
Laut Außenminister Frans Timmermans steht die Ernennung von Dijsselbloem noch nicht fest. Der niederländische Nachrichtensender NOS zitierte den Politiker mit der Aussage, dass die definitive Entscheidung nicht vor Weihnachten und möglicherweise erst im neuen Jahr fallen solle.
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