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Es lässt sich leicht spotten über jene Mitarbeiter auf Filmsets, die es seit einigen Jahren nun gibt. Zumal der gar amtlich-sperrig klingende Name "Intimitätskoordinator" sich ein bisschen spießt mit dem vermeintlichen ... Tätigkeitsbereich: Solche Intimitätskoordinatoren überwachen nämlich Sexszenen. Sie achten darauf, dass sich niemand in solchen Situationen bedrängt, ausgenützt oder sonst schlecht fühlt. Bei genauerem Hinsehen ist Spott also nicht unbedingt angebracht.
Und wenn man sich die neue Dokumentation, in der Brooke Shields ihre Kinderfilmstar-Karriere rekapituliert - beziehungsweise muss man wohl eher sagen: aufarbeitet -, wird einem erst klar, dass die Filmindustrie reichlich spät auf die Idee gekommen ist, solche Berater einzusetzen. In der Doku erzählt Shields etwa von den Dreharbeiten zum Film "Pretty Baby" (1978), in dem sie als damals 11-Jährige eine Kinderprostituierte spielte. Dabei musste sie den 29-jährigen Keith Carradine küssen. Diese Überwindung gelang ihr nicht so schnell, weswegen sie von Regisseur Louis Malle angeherrscht wurde, sie solle nicht dauernd ihr Gesicht verziehen. Carradine nahm sie dann beiseite und sagte zu ihr: "Das zählt nicht, das ist alles nur gespielt."
Heute würde eine solche Szene nie mehr ohne entsprechende Begleitung gedreht werden. Die Zeiten, in denen Mädchen und Frauen von Regisseuren nur als Objekt gesehen wurden, mögen vielleicht nicht ganz vorbei sein. Aber immerhin hat man gemerkt, dass hier lange etwas gewaltig schiefgelaufen ist.

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