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Syrisches Flüchtlingslager Yarmouk seit einem Jahr eingeschlossen.
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Damaskus/Beirut/Wien. Riesige Müllberge, Verzweifelte, die im Abfall nach Verwertbarem suchen, Häuser, die vom Panzer- und Artilleriebeschuss zerstört sind. Es gibt keine Medikamente und kaum noch Nahrungsmittel: Im palästinensischen Flüchtlingslager Yarmouk lebten vor dem syrischen Bürgerkrieg 200.000 Menschen, jetzt sind es noch knapp 20.000. Seit einem Jahr ist der Stadtteil im Süden von Damaskus von der Armee eingeschlossen. Die Palästinenser hier haben sich den Rebellen angeschlossen und kämpfen gegen das Regime. Die "Yarmouk -Märtyrer-Brigade" etwa ist berüchtigt: Sie hat unter anderem philippinische Blauhelm-Soldaten am Golan entführt - mit ein Grund dafür, dass das Bundesheer dort abgezogen ist.
Die im Ghetto verbliebenen Zivilisten - Frauen, alte Menschen und vor allem Kinder - sind jetzt vom Hungertod bedroht. Der arabische TV-Sender Al-Jazeera zeigt ausgemergelte Leichen. Laut Al-Jazeera kostet ein Kilo Reis in Yarmouk mittlerweile zwischen 50 und 70 Dollar - weil skrupellose Händler die Not der Menschen ausnützen.
Die UNO schlägt Alarm und teilt mit, dass bereits 15 Menschen verhungert wären. Das sei erst der Anfang. Schwerverletzte und gebärende Frauen kämen ums Leben, viele Kinder litten unter chronischer Mangelernährung, sie lebten nur von alten Gemüseresten und in Wasser verdünnten Gewürzen.
Der Sprecher des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Chris Gunnes, appelliert an "die syrischen Behörden und andere Parteien" , humanitäre Hilfe endlich in dem Gebiet zuzulassen. Das syrische Staatsfernsehen berichtete zuletzt, dass "Terroristenbanden" - gemeint sind Rebellengruppen - einen Hilfskonvoi mit 5000 Nahrungsmittel-Pakten aufgehalten hätten.
Einst privilegiert
Yarmouk war vor dem syrischen Bürgerkrieg ein Flüchtlingslager, das über eine vergleichsweise gut ausgebaute Infrastruktur mit eigenen Schulen und Spitälern verfügte. Auch das Platzangebot war im Vergleich großzügig. Im Beiruter Palästinenser-Ghetto Schatila etwa wiesen die Bewohner bei einem Lokalaugenschein der "Wiener Zeitung" Ende 2012 darauf hin, wie gut ihre Landsleute in Syrien in die Gesellschaft integriert gewesen wären. Schatila verfügt schon seit Jahrzehnten nicht über sauberes Trinkwasser. Das, was aus dem Hahn kommt, schmeckt salzig. Die Palästinenser im Libanon werden isoliert und bekommen prinzipiell keine Arbeitserlaubnis. Die Flüchtlinge gelten hier als Unsicherheits-Faktor, der das fragile Gleichgewicht der Kräfte stören könnte.
Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet, nach Panzer- Flieger- und Artillerieangriffen gleicht Yarmouk zumindest stellenweise einem Trümmerfeld. Zahlreiche syrische Palästinenser flüchten und suchen nun im Libanon Zuflucht. Von den einstmals 500.000 Palästinensern in Syrien hat bereits die Hälfte das Weite gesucht und ist zu Verwandten in die umliegenden arabischen Länder gegangen.
Wer keine Angehörigen hat, bleibt in der syrischen Hölle.
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