Zum Hauptinhalt springen

HVB-Aufsichtsrat räumt das Feld

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Acht HVB-Aufsichtsräte müssen Rückzug antreten. | BA-CA soll Österreich-Tochter der UniCredit werden. | Wien/München. Albrecht Schmidt, Chef des Aufsichtsrats der HypoVereinsbank (HVB), sowie sieben weitere Aufsichtsräte - darunter auch Ex-Bank-Austria-Chef Gerhard Randa - müssen nach der geglückten Übernahme der HVB durch die italienische UniCredit zurücktreten.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 20 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Der neue Mehrheitseigner UniCredit habe insgesamt acht Aufsichtsräte der Kapitalseite um ihren Rücktritt gebeten, berichtete die dpa am Donnerstag. Der scharfe Fusionsgegner Schmidt und die anderen Kontrolleure sollen den Weg frei machen für Vertreter des italienischen Großaktionärs, der sich mehr als 81 Prozent der HVB-Anteile gesichert hat.

Der frühere Vorstandsvorsitzende Schmidt galt als Deutschlands aggressivster Banker. Er hatte bis zuletzt gegen die Übernahme gekämpft. Er befürworte zwar eine europäische Bankenkonsolidierung, sagte der 67-Jährige, mit den Konditionen der Fusion mit UniCredit sei er aber nicht einverstanden. UniCredit-Chef Alessandro Profumo will nun den Vorsitz im Kontrollgremium übernehmen.

Der frühere Bank-Austria-Chef Gerhard Randa nahm an der Aufsichtsratssitzung gar nicht teil und erklärte schriftlich seinen Rückzug. Er hatte ebenso wie Schmidt gegen die Fusion mit UniCredit gestimmt. Von den zehn Kapital-Vertretern im Aufsichtsrat werden nach der Übernahme voraussichtlich nur Ergo-Chef Lothar Meyer und ifo-Präsident Hans-Werner Sinn im Amt bleiben.

BA-CA droht Spaltung

Bei der BA-CA soll es, so zumindest der Wille der UniCredit, zu Änderungen kommen. Das ganze Osteuropa-Geschäft der UniCredit wird eine eigene Division. Davor müsste das Ostgeschäft von UniCredit und BA-CA zusammengelegt werden. Leiter der neuen Division soll der derzeitige BA-CA-Chef Erich Hampel werden. Er und seine BA-CA-Vorstandskollegen begrüßen diesen Schritt - wohl auch, weil ihnen keine andere Wahl bleibt - und sprechen von einer Aufwertung der BA-CA. Betriebsrat-Chefin Hedwig Fuhrmann sieht die Angelegenheit jedoch anders, da vor einer Zusammenlegung das Österreich-Geschäft vom lukrativen Osteuropa-Geschäft in eine neue Tochter namens BA-CA Österreich abgespalten werden soll. Diese Tochter wäre dann gleichwertig mit Polen. Doch Fuhrmann beharrt darauf, dass die BA-CA weiterhin eine eigenständige Universalbank und Leitgesellschaft für Osteuropa ist, wie sie gegenüber der "Wiener Zeitung" betont. Für sie steht fest: Die BA-CA muss eine Einheit bleiben. Das sei durch den "Bank der Regionen"-Vertrag und die Grundsatzvereinbarung garantiert.

Natürlich werde es Änderungen geben, wenn die UniCredit ihr Osteuropa-Geschäft der BA-CA überträgt. Doch es dürfe keinerlei Abstriche für die Österreicher geben. Im Gegenteil, es müssten die neu dazukommenden Einheiten -die Ostbanken der Italiener - bestens eingebunden werden.

Unterstützung der Stadt

Fuhrmann verweist darauf, dass eine Spaltung nur mit Zustimmung der Namensaktien erfolgen könne. Diese seien im Besitz der AVZ-Stiftung und des Betriebsratsfonds und würden es bleiben. Auch die AVZ sei mit den UniCredit-Plänen nicht einverstanden.

Der Betriebsrat hofft obendrein auf die Unterstützung der Stadt Wien. Bürgermeister Michael Häupl, der im Jahr 2000 die BA-CA an die HVB verkaufte, hat sich schon mehrmals als Hüter der Verträge bezeichnet. Er glaubt, noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden zu können, ist doch die Stadt der größte BA-Ca-Kunde.

Auch Profumo ist sich darüber im Klaren, dass er ohne Zustimmung der beiden Aktionäre keine Entscheidung treffen kann. Dies lässt die UniCredit auch im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" (Seite 32) verlautbaren. Die UniCredit verkündet auch, dass per 24. Oktober das Angebot für 6,2 Millionen BA-CA-Aktien angenommen wurde. Damit ist die UniCredit mit 81,75 Prozent an der BA-CA beteiligt.

Wenig Erfreuliches kommt auch auf die Mitarbeiter im Investmentbanking und der Vermögensverwaltung (Asset Management) zu. Beide Bereiche will die UniCredit ausgliedern und mit ihre Gruppe integrieren. Die BA-CA-Tochter Capital Invest könnte mit der HVB-Tochter Activest der Leitung der UniCredit-Tochter Pioneer unterstellt werden.