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HVB ist im Endspurt auf dem Weg zur "Bank der Regionen"

Von Rosa Eder, München

Wirtschaft

Die Bank Austria (BA), die im Herbst 2000 in einer spektakulären Transaktion ein Teil der europaweit agierenden Gruppe der HypoVereinsbank (HVB) geworden ist, soll in Zukunft die Software für den gesamten Konzern entwickeln. HVB-Vorstandschef Albrecht Schmidt signalisierte damit in der gestrigen Bilanzpressekonferenz in München einmal mehr, dass es sich bei dem Deal um eine "Integration und nicht um eine Übernahme" handle. Geplant sind Software-Kompetenzzentren in Wien und einem Standort in Osteuropa.


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Auf die Frage nach weiterem Handlungsbedarf bei den operativen Einheiten in Österreich sagte Schmidt, er wolle der Bilanzpressekonferenz der Bank Austria am 29. März 2001 nicht vorgreifen. Die Integration der Bank Austria wird die HVB heuer rund 180 Mill. Euro kosten. Da heuer aber bereits "deutliche" Synergien aus der Fusion wirksam würden, werde die Erfolgsrechnung 2001 durch diesen Aufwand in "nicht sehr deutlichem Maße belastet".

Die HVB, die 1998 aus der Fusion von HypoBank und Vereinsbank hervorgegangen war, hatte den Ausbau des kommerziellen Bankgeschäfts in Mittel- und Osteuropa 1999 in

Angriff genommen. "Wir sind in die Zielgerade eingebogen", beschrieb Schmidt den momentanen Stand der Dinge. Die Fühler streckt die Großbank auch nach Westeuropa aus, insbesondere Frankreich sei ein "sehr interessanter Markt".

Zunächst solle aber der "Innenausbau" des bayerischen Geldinstituts, das nun optisch mit einem neuen Logo - "HVB Group - Die Bank der Regionen" - auftritt, abgeschlossen werden. Sollten sich in der Folge Einstiegschancen bei weiteren Banken ergeben, müssten drei Kriterien erfüllt sein: Verständnis über die gemeinsame Geschäftsidee mit dem Management, ein "akzeptabler Preis" sowie ein Mehrwert für Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter.

Die HVB erwirtschaftete 2000 ein Betriebsergebnis von 1,87 Mrd. Euro nach 371 Mill. Euro im Jahr davor. Das EGT stieg um 89% auf rund 2 Mrd. Euro. Den Aktionären wird eine unveränderte Dividende von 0,85 Euro je Stammaktie bzw. 0,93 Euro je Vorzugsaktie vorgeschlagen. Die BA wurde in die Gewinn- und Verlustrechnung der Gruppe ab dem Zeitpunkt des Erwerbs im Dezember 2000 einbezogen - also mit einem Zwölftel.

Wie aus einer Mitteilung von gestern hervorgeht, hat die BA-Gruppe 2000 einen Rekordjahresüberschuss von 592 Mill. Euro erzielt. Das entspricht einem Plus von 15,6%. Die Bilanzsumme wuchs um 18% auf 165 Mrd. Euro. Die HVB kam unter erstmaliger Einbeziehung der BA auf 716,5 Mrd. Euro (plus 42,4%). Der Konzern beschäftigte 2000 rund 72.900 (46.200) Mitarbeiter.

Neue Immobilienbank

Wie Schmidt bekannt gab, wolle die HVB ihre Res-

sourcen im Bereich Immobilien in einer Immobilienbank bündeln.

Diese soll im September ihre Tätigkeit aufnehmen und ab Oktober an der Börse notieren.