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Hypo-Adieu zu Biogas - Bank trennt sich von 18 Anlagen

Von Stefan Melichar

Wirtschaft

Verkauf deutscher Anlagen erfolgt. | In Österreich entweder Verkauf oder Rückbau. | Hypo finanzierte zumindest mit rund 40 Millionen Euro.


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Wien.Es ist eines jener - alles andere als lukrativen - Nebengeschäftsfelder der Kärntner Hypo, in dem die Bank nach ihrer Notverstaatlichung auf keinen Fall mehr tätig sein möchte: Die Hypo trennt sich gerade von insgesamt 18 Biogasanlagen. Im Laufe der zweiten Jahreshälfte soll ein Schlussstrich gezogen werden.

Bereits unter Dach und Fach ist der Ausstieg in Deutschland: Wie die Bank am Dienstag mitteilte, hat sie ihre acht Biogasanlagen im Bundesland Sachsen-Anhalt an die Firma Agri.Capital aus Münster verkauft, die bereits 66 Anlagen betreibt. Im zweiten Schritt trennt sich die Hypo nun von weiteren zehn Biogas-Standorten in Österreich. Man befinde sich in Bezug auf alle Anlagen in „fortgeschrittenen Gesprächen” mit potenziellen Käufern, ist aus der Bank zu hören. Gelingt es dennoch nicht, einzelne Standorte zu ansprechenden Konditionen an den Mann zu bringen, werden diese geschlossen und abgebaut - was der Hypo noch einmal Kosten verursachen würde.

Mehrfach wertberichtigt

Anders als bei den deutschen Anlagen, die zu hundert Prozent im Besitz der Hypo gewesen sind, gibt es bei den meisten Standorten in Österreich Miteigentümer - in der Regel landwirtschaftliche Betriebe rund um die jeweilige Anlage. Nun sind es nicht zuletzt diese Miteigentümer, die die Anteile der Bank übernehmen möchten.

Der Großteil der in den Jahren 2004 bis 2007 erworbenen Biogasanlagen der Hypo in Deutschland und Österreich ist der Biogaspark Alpe Adria GmbH - einer Tochter der Hypo-Österreich - zugeordnet. Die Bank hat die Projekte finanziert: Bis Mitte 2009 wurden an die Biogaspark GmbH 37,7 Millionen Euro vergeben. Dazu kommen zumindest noch 2,2 Millionen Euro für die Biogas Launsdorf GmbH und 0,4 Millionen Euro für die Biokraft Altenmarkt GmbH. Laut einem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouse Coopers belief sich der Wert der Sicherheiten auf 4,2 Millionen Euro. Die Empfehlung lautete, den Rest wertzuberichtigen. Wie zu hören ist, sollen die deutschen Anlagen über dem aktuellen Buchwert, aber unter den ursprünglichen - bereits in früheren Bilanzen mehrfach wertberichtigten - Anschaffungskosten verkauft worden sein.