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Hypo-Altlasten dürften noch viele Jahre bestehen bleiben

Von Stefan Melichar

Wirtschaft

Bank treibt Reprivatisierung voran, Abwicklung einiger Teile braucht Zeit.


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Wien/Klagenfurt. Selbst wenn die Kärntner Hypo plangemäß in zwei bis drei Jahren alle wesentlichen Konzernsparten reprivatisiert hat: Altlasten nicht unwesentlichen Ausmaßes dürften noch viele Jahre - wenn nicht sogar einige Jahrzehnte - in der Sphäre des jetzigen Eigentümers Bund verbleiben.

So hat zum Beispiel die Slowenien-Tochter der Hypo Ende des Vorjahres einen Teil ihres Kreditportfolios in eine Abwicklungsgesellschaft innerhalb des Konzerns transferiert. Erwartet wird laut Jahresbericht die Rückzahlung zum Laufzeitende - im Jahr 2050. Dabei geht es immerhin um mehr als 250 Millionen Euro. Möglicherweise handelt es sich hierbei um einen Extremfall. Fest steht aus heutiger Sicht aber, dass sämtliche Geschäfte, die in konzerneigene Abwicklungseinheiten verschoben werden, um den Verkauf der anderen Unternehmensteile zu erleichtern, ein Volumen von rund zehn Milliarden Euro ausmachen. Es ist zu hören, dass die Bereinigung dieser Fälle durchaus zehn Jahre in Anspruch nehmen kann. Geschäfte wie jene in Slowenien wird man wohl versuchen, vor Laufzeitende weiterzuverkaufen.

Investmentbank beauftragt

Zunächst soll jedoch das Herzstück der Gruppe auf den Markt gebracht werden: das Banken-Netzwerk in Südosteuropa. Wie die "Wiener Zeitung" Anfang April berichtete, hatte sich die Hypo auf die Suche nach einer Investmentbank gemacht, die den Reprivatisierungsprozess begleiten soll. Diese ist nun gefunden: Die Deutsche Bank hat den Auftrag erhalten, sechs Bank- und drei Leasing-Töchter der Hypo aus fünf verschiedenen Ländern an den Mann zu bringen - und zwar als geschlossenes Netzwerk mit einer Konzernholding in Österreich. Dies soll den Wert steigern. Zuletzt war jedoch immer auch ein Verkauf einzelner Bankteile als Möglichkeit ins Spiel gebracht worden, falls sich kein Interessent für das Gesamtpaket findet.

Laut Austria Presseagentur will Hypo-Chef Gottwald Kranebitter zumindest die bestehenden Buchwerte von 1,5 Milliarden Euro einnehmen. Die Deutsche Bank soll bis Ende 2012 eine Shortlist mit Interessenten erstellen. Informationen der "Wiener Zeitung" zufolge gibt man sich bei der Hypo jedoch bis etwa 2014 Zeit für den tatsächlichen Verkauf. Dieser ist - wie jener der Hypo-Töchter in Österreich und Italien - stark vom Marktumfeld abhängig. Solange diverse Krisen anhalten, besteht nur in Ausnahmefällen die Chance, Banken ohne große Verluste zu veräußern.