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Hypo-Hilfe: Bank genügen vorerst 400 Millionen Euro

Von Stefan Melichar

Wirtschaft

Problem-Institut erhält Kapitalspritze wohl auf Raten. | Weiteres Geld dient als zusätzlicher Sicherheitspolster. | Wien. Die Kapitalhilfe für die notverstaatlichte Kärntner Hypo Group Alpe Adria könnte auf Raten geleistet werden: Laut Finanzministerium braucht die Bank nur rund 400 der insgesamt veranschlagten 1500 Mio. Euro, um die gesetzliche Mindest-Kernkapitalquote von vier Prozent zu erfüllen. Der Restbetrag, der als zusätzlicher Sicherheitspolster dient, kann somit auch erst nach der Bilanzerstellung im kommenden Frühjahr fließen.


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Allem Anschein nach dürften zunächst die Noch-Aktionäre Grazer Wechselseitige (Grawe) und Land Kärnten besonders kräftig zur Kasse gebeten werden: Vergangene Woche hat eine Hypo-Hauptversammlung den Vorstand ermächtigt, sogenannte Partizipationsscheine (stimmrechtslose Wertpapiere) auszugeben. Zeichnen sollen diese die Grawe mit 30 Mio. Euro und Kärnten mit 150 bis 200 Mio. Euro. Der Anteil der beiden Alt-Aktionäre an der Gesamt-Kapitalspritze von 1,5 Mrd. Euro beläuft sich auf insgesamt 230 Mio. Euro - und wäre somit bald fällig. Ursprünglich hatte der Bund den störrischen Kärntnern bis Ende Juni Zeit gegeben, das Geld aufzutreiben.

Zahlt Bund noch heuer?

Die Aufsichtsbehörden pochen darauf, dass bis zum Jahresende die nötigen Beschlüsse getroffen werden, damit die Bank die gesetzliche Mindest-Kapitalquote erfüllen kann. Tatsächlich fließen muss das Geld erst bis zur Erstellung der Bilanz, was etwa drei Monate in Anspruch nehmen dürfte. Nichtsdestoweniger gehen Wiener Finanzkreise davon aus, dass noch heuer ein Teil des Kapitals überwiesen wird - auch vom Bund. Dieser wird einen Beitrag zu den ersten 400 Mio. Euro leisten, ist zu hören. Insgesamt steuern die Republik Österreich und die Noch-Hauptaktionärin BayernLB 450 beziehungsweise 825 Mio. Euro bei. Im Endeffekt soll die Bank eine Eigenkapitalquote von acht bis neun Prozent erhalten.

Indes steckt die Hypo zusätzliches Geld in Beteiligungen auf dem Balkan: Laut "Wirtschaftsblatt" erhält die Bank-Tochter in Montenegro eine Kapitalspritze. In ein defizitäres Aluminiumwerk in Kroatien werden 12 Mio. Euro investiert. Zahlreiche Beteiligungen wird die Hypo in den kommenden Jahren wohl verkaufen müssen.